Originelle Fantasy mit viel Humor und starken Figuren. Nicht alles zündet, aber gut unterhalten.
"Könige der Finsternis" ist mal eine etwas andere Fantasy-Geschichte. Statt junger Auserwählter stehen hier alte Söldner im Mittelpunkt, die ihre besten Zeiten eigentlich schon hinter sich haben. Genau das macht einen großen Teil des Charmes aus. Die Truppe ist herrlich schräg, nimmt sich selbst nicht allzu ernst und sorgt immer wieder für richtig witzige Momente.Der Einstieg hat mich direkt gepackt. Die Sprüche sitzen, die Figuren haben Charakter und das Geplänkel untereinander macht einfach Spaß. Man merkt schnell, dass die Männer schon einiges zusammen erlebt haben - und genauso viele Macken mit sich herumschleppen. Das erinnert stellenweise fast an eine Rockband, die sich für eine letzte große Tour noch einmal zusammentrommelt.Auch die Kämpfe und Abenteuer sind abwechslungsreich und es passiert eigentlich ständig etwas. Trotzdem hatte das Buch für mich zwischendurch ein paar Längen. Manche Szenen ziehen sich etwas und nicht jeder Gag hat bei mir gezündet. Gerade in der Mitte hätte das Ganze ruhig etwas knackiger sein dürfen.Die Fantasywelt selbst ist spannend und steckt voller Ideen. Allerdings hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Atmosphäre und Tiefgang gewünscht. Vieles bleibt eher oberflächlich, obwohl das Potenzial definitiv da gewesen wäre.Trotzdem hatte ich insgesamt eine gute Zeit mit dem Buch. Wer Fantasy mag, aber mal Lust auf etwas Lockeres mit viel Humor, schrägen Figuren und einer ordentlichen Portion Selbstironie hat, sollte dem Roman ruhig eine Chance geben. Mich hat er gut unterhalten, auch wenn er für mich nicht zu den absoluten Highlights des Genres gehört.Am Ende bleiben sympathische Charaktere, jede Menge witzige Dialoge und ein Abenteuer, das Spaß macht - auch wenn nicht jeder Abschnitt gleich stark ist.