Fesselnd bis zur letzten Seite
Während der kretische Kripochef Stelios Mentakis sich wegen eines Burnouts eine Auszeit in eine einsame Hütte zurückgezogen hat, genommen hat, wird die Dienststelle von einer Doppelspitze geleitet, die nicht von allen Teammitgliedern akzeptiert wird. So manch einer fühlt sich übergangen und hofft auf einen Fehler. Die Gelegenheit, deren angebliche Unfähigkeit zu beweisen, bietet sich als Mentakis angeschossen wird. Auf Grund seiner extrem seltenen Blutgruppe, schwebt er tagelang in akuter Lebensgefahr, während seine Mitarbeiter fieberhaft nach Täter und Motiv suchen. Die akribische Suche nach dem Täter geht in alle Richtungen, weshalb auch der Mafia-Pate Serpantakis, der bereits im vorangegangenen Roman eingeführt wurde, in den Fokus der Ermittler. Dem kann man, nichts nachweisen. Als man dann verstörende Bilder auf Mentakis dienstlichen PC findet, gerät die Welt der Ermittler beinahe aus den Fugen. Der Fall geht an keinem spurlos vorbei, so ungeheuerlich sind die Vorwürfe. Auch das Verhalten von Mentakis Exfrau gibt Rätsel auf. Und dann eskaliert das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Kommissar Hieronymus Galavakis und seinem Kollegen Christos Papadakis, der sich zunehmend irrational benimmt. Da nimmt sich der Fauxpas, den sich Eleni in New York leistet, als sie ihr Verhältnis mit Penelope offenlegt, beinahe lächerlich aus, obwohl die Enthüllung eine Welle von Empörung im Internet auslöst und die Reputation von Penelope nachhaltig beschädigt... Meine Meinung: Nikola Vertidi ist mit diesem 5. Band der Reihe, ein besonders fesselnder Krimi gelungen. Es ist kaum möglich, die Lektüre zur Seite zu legen. Wie kann es sein, dass der als integer bekannte Chef der Kripo abscheuliche Kinderpornos auf seinem Dienstrechner hat? Sind ihm die untergeschoben worden? Wenn ja, von wem? Ist er jemandem mit Einfluss auf die Zehen gestiegen, so dass man ihn gezielt desavouiert und sogar töten will? Diesmal verausgabt sich sich nicht nur Hyeronimos Galavakis bis zum körperlichen und geistigen Zusammenbruch, sondern das gesamte Team. Selbst Christos Papadakis, dessen seltsames Verhalten niemand braucht, scheint vor Schuldgefühlen Mentakis gegenüber, außer sich zu sein. Während die Polizei fieberhaft nach Erklärungen und Täter sucht, dürfen wir dem Mafia-Pate Serpantakis und seiner Schwester, die als Wohltäterin bekannt ist, über die Schulter schauen. Fazit:Gerne gebe ich diesem komplexen Krimi, in dem nichts so ist, wie es scheint, 5 Sterne und eine Leseempfehlung.