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Die Regentin

Vormundschaftliche Herrschaft in Hessen 1500 - 1700. 'Geschichte und Geschlechter'.
Buch (kartoniert)
Frauen sind in der Frühen Neuzeit durchaus als politisch Handelnde in Erscheinung getreten. Häufig übernahmen hochadelige Frauen nach dem Tod des Landesherrn als Vormund des Erbprinzen die Regentschaft. Pauline Puppel untersucht den ju… weiterlesen
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Die Regentin als Buch

Produktdetails

Titel: Die Regentin
Autor/en: Pauline Puppel

ISBN: 3593374803
EAN: 9783593374802
Vormundschaftliche Herrschaft in Hessen 1500 - 1700.
'Geschichte und Geschlechter'.
Campus Verlag GmbH

Februar 2005 - kartoniert - 407 Seiten

Beschreibung

Frauen sind in der Frühen Neuzeit durchaus als politisch Handelnde in Erscheinung getreten. Häufig übernahmen hochadelige Frauen nach dem Tod des Landesherrn als Vormund des Erbprinzen die Regentschaft. Pauline Puppel untersucht den juristischen Diskurs über dieses Rechtsinstituts anhand der Regentschaften hessischer Landgräfinnen - von Sophie von Brabant (1248 - 1264) bis zu Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt 1678 - 1688).

Inhaltsverzeichnis

1;Inhalt;8 2;Vorwort;12 3;Einleitung;14 4;I. Das juristische Regelwerk;35 4.1;1. Die rechtlichen Grundlagen;35 4.1.1;1.1 Vormundschaft und Regentschaft oder vormundschaftliche Regentschaft;36 4.1.2;1.2 Es ist ferner die Frage: nach was für Rechten man sich in diser Materie zu richten habe 56;43 4.2;2. Wer eines weltlichen Reichstandes hinterlassener Kinder Vormund seyn könne;59 4.2.1;2.1 Officium tutelae dici virile Vormundschaft als Amt;60 4.2.2;2.2 Tutela materna seu irregularis Vormundschaftliche Regentschaften hochadeliger Frauen;64 4.2.3;2.3 Mulier, si est tutrix constituta, possit omnia, uae potest alius tutor Amt hat kein Geschlecht;83 4.3;3. Die Pyramide der Vormünder;90 4.3.1;3.1 Der Kaiser als obirster Vormund;90 4.3.2;3.2 Ehren-, Ober-, Mit- und Unter-Vormünder;100 4.3.3;3.3 Vormundschaftsräte und landständischer Ausschuss;106 4.4;4. Beendigung der vormundschaftlichen Regentschaft;118 4.4.1;4.1 wy wol her zcu jungk dar zcu was Die Volljährigkeit des Mündels;119 4.4.2;4.2 Suspicio und Wiederheirat als Beendigungsgründe;126 4.4.3;4.3 Quittierung, Exoneration oder Schadensersatz;130 4.4.4;4.4 Abdikation und selbständiger Regierungsantritt;136 4.5;Zusammenfassung;140 5;II. Die Landgräfinnen von Hessen als Regentinnen;145 5.1;1. Von den Anfängen Hessens bis 1500;149 5.1.1;1.1 Sophie von Brabant (12241275, reg. 12481263/64);149 5.1.2;1.2 Die Vormundschaft für Landgraf Ludwig I. von Hessen;152 5.1.3;1.3 Vormundschaftliche Regentschaften der Agnaten;152 5.2;2. Darumme will ich duon alse Hester deit - Anna von Hessen (14851525, reg. 15141518);159 5.2.1;2.1 Wer vogel will fahen, sall mit brugeln nit in die baume werfen Ständische Regentschaft und sächsische Obervormundschaft;160 5.2.2;2.2 Die vormundschaftliche Regentschaft der Landgräfin 1514 bis 1518;176 5.3;3. Pour le gouvernement de ses Etats jamais personne n a agi avec tant de prudence de justice et de moderation1 Amelie Elisabeth von Hessen-Kassel (16021651, reg. 16371650);191 5.3.1;3.1 weil die regenten im
Lande sein müßen wan sie solches regieren wollen Vormundschaftsräte und Landstände;194 5.3.2;3.2 uis inferioris Hassiae, mortuo Domino Wilhelmo, verus ac legitimus sit Administrator Die Ansprüche Landgraf Georgs II. von Hessen-Darmstadt;214 5.3.3;3.3 Die vormundschaftliche Regentschaft als öffentliche Angelegenheit;228 5.4;4. alles was ich gethan, nicht viel geachtet wird Hedwig Sophie von Hessen-Kassel (16231683, reg. 16631677);237 5.4.1;4.1 dan ich gestern den gansen tag im raht gewesen undt nuhn wieder balt reingehen werde Das persönliche Regiment der Landgräfin;239 5.4.2;4.2 Ach, den einzigen liebsten Bruder erhalte der Almächtige mir Hedwig Sophie und der Große Kurfürst;244 5.4.3;4.3 Undt Wart man nur biß die Mutter aus dem hauß ist Die Abdikation;263 5.5;5. Summa cum laude Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt (16401709, reg. 16781688);280 5.5.1;5.1 die confirmation solcher Vormundschafft und Administration ohne einigen verzug suchen Die kaiserliche Bestätigung;282 5.5.2;5.2 in rechten bekant ist, das es nur heist patria u. nicht fratria potestas93 Das eheherrliche Testament als Legitimationsgrundlage der vormundschaftlichen Regentschaft;295 5.6;Zusammenfassung;304 6;Schluss Dan an Ihrem leben und gesundheit alle unsere und des lands wohlfahrt hanget;309 7;Anhang I: Genealogische Übersichten;317 8;Anhang II: Rechtsquellen;318 9;Anhang III: Kurzbiographien der zitierten Gelehrten6;327 10;Abbildungsnachweise;337 11;Siglen- und Abkürzungsverzeichnis;338 12;Quellen- und Literaturverzeichnis;342 12.1;1. Ungedruckte Quellen;342 12.2;2. Gedruckte Quellen;342 12.3;3. Editionen;350 12.4;4. Literatur;354 13;Personenregister;396


Portrait

Pauline Puppel, Dr. phil., Historikerin, promovierte an der Universität GH Kassel und ist dort zurzeit Postdoktorandin.


Leseprobe

II. Die Landgräfinnen von Hessen als Regentinnen (S. 144-145)

Für die Landgrafschaft Hessen ist eine Häufung vormundschaftlicher Regentschaften bekannt. Dieser deutsche Mittelstaat bietet sich daher für eine exemplarische Analyse des Rechtsinstituts an. Im Zeitraum von 1500 bis 1700 trat hier viermal der Fall ein, dass beim Tod des regierenden Landgrafen der Erbe noch minderjährig war. Stets amtierte die verwitwete Landgräfin als Regentin: von 1514 bis 1518 Anna von Hessen, von 1637 bis 1650 und von 1663 bis 1677 die der reformierten Konfession angehörenden Landgräfinnen Amelie Elisabeth und Hedwig Sophie von Hessen- Kassel und schließlich von 1678 bis 1688 die lutherische Elisabeth Dorothea von Hessen-Darmstadt.

Anders als die in der landesgeschichtlichen Forschung üblichen Ausführungen über die Regentin als starke Persönlichkeit oder auch als machtgierigen Charakter interessieren im folgenden weniger die einzigartige Besonderheit der einzelnen Landgräfin als vielmehr die überindividuellen Strukturen der vormundschaftlichen Herrschaft. Abgesehen vom ersten Kapitel, das einen Überblick über die Regentschaften in Hessen bis 1500 gibt, sind die folgenden Kapitel personenzentriert strukturiert. Es werden am Beispiel der vier Regentschaften spezifische Gemeinsamkeiten sowie die Strukturmerkmale der vormundschaftlichen Regentschaften in Hessen analysiert. Über die formalen Kriterien des Rechtsinstituts hinaus lassen sich je spezifische und zeitgebundene Fragestellungen untersuchen, wie das Verhältnis der Regentin zu den Landständen, zu den Räten, zu anderen die Regentschaft beanspruchenden Fürsten oder zur Herkunftsfamilie. Im Hinblick auf die Inanspruchnahme der Reichsgerichte und auf das Verhältnis zum Kaiser agierten die Regentinnen ebenfalls unterschiedlich. Gefragt wird nach der Nutzung des juristischen Diskurses für die konkrete Rechtsanwendung.

Der Rang der Landgrafschaft im Reich begründete das Handlungsf
eld der Landgrafen und der Regentinnen. Die hessischen Landgrafen gehörten seit der Erhebung in den Reichsfürstenstand 1292 zu den altfürstlichen Häusern. Die kaiserliche Bestätigung der Erbverbrüderung mit den Markgrafen von Meißen 1373 bedeutete die Anerkennung der gesamten Landgrafschaft Hessen als reichslehenbares Fürstentum.

Die Landgrafen zählten zu den einflussreicheren deutschen Landesfürsten. Aufgrund der geographischen Mittellage ihres Territoriums übernahmen sie im 16. Jahrhundert reichspolitisch eine Mittlerfunktion zwischen den königsnahen Landschaften im deutschen Südwesten sowie am Mittel- und Oberrhein und dem königsfernen Norden und Nordwesten des Reichs. Unter der Regierung Philipps von Hessen erreichte die Landgrafschaft ihre höchste politische Geltung im Reich. Diese büßte sie jedoch mit der Niederlage im Schmalkaldischen Krieg 1547 und der Teilung unter seinen vier Erben 1567 wieder ein. Von den vier Linien blieben im 17. Jahrhundert nur Hessen- Kassel und Hessen-Darmstadt bestehen. Die Landgrafschaft hatte mit der Teilung ihre Brückenfunktion im Reich verloren. Jede Linie verfolgte ihre eigenen politischen Interessen: Hessen-Kassel im Nordwesten und im östlichen Mitteldeutschland, Hessen-Darmstadt in der Wetterau und in Südwestdeutschland. Das konnte auch die 1568 im Brüdervertrag beschworene gemeinsame Politik und die Einrichtung der Samtinstitutionen nicht verhindern. Es kam zur Durchsetzung des staatlich-territorialen Prinzips gegenüber der familiär-dynastischen Maxime6 Die Aufgabe der gesamtdynastischen Idee zeigte sich insbesondere bei der Auseinandersetzung zwischen der lutherischen Linie Darmstadt und der reformierten Linie Kassel über das 1604 angefallene Marburger Erbe .

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