Die Erzählung lehnt sich an Ereignisse an, die die Autorin selbst erlebt hat. Die kleine Penny wohnt nach dem Tod ihrer Eltern mit ihrer Schwester auf dem Landsitz ihrer Tante, die mit einem Juden (dem Cousin von Alfred Einstein, aber das wird im Buch nicht thematisiert) verheiratet ist. Sie erzählt von der märchenhaften Unschuld einer Kindheit im Italien der frühen 40er Jahre, in dem sich die Kinder aus den Brocken ihrer religiösen Erziehung, die in dieser Umgebung natürlich omnipresent ist, ihrer eigenen magischen Kosmos bauen. Das behütete Aufwachsen ist geprägt von Kindersorgen, über die sich Penny den Kopf zerbricht (es gelingt ihr nicht brav zu sein und sie muss viele Strafarbeiten dafür schreiben, sie fühlt sich etwas zurückgesetzt gegenüber ihrer gleichaltrigen Adoptivschwester) aber die liebevolle und geschützte Atmosphäre durchdringt jeden Satz der Anfangskapitel des Buches und kreiert ein ländliches Sommeridyll bis die Katastrophe über alle hereinbricht und ihre Welt für immer verändert.Das Buch versetzt einen über eine lange Strecke in eine Welt in der Penny mit dem sicheren Glauben aufwächst, dass alle Menschen, wenn auch nicht perfekt, so doch in ihrer Essenz gut sind. Selbst die deutschen Soldaten, die sich im Gutshaus einquartiert haben werden von ihr in ihre spielerische Welt integriert und machen gutmütig mit. Als sich in ihr immer mehr ein unbestimmtes Gefühl der Angst breit macht, versucht sie mit den Mitteln, die ihr die Erwachsenen durch ihre Erziehung an die Hand gegeben haben, die Ordnung wieder herzustellen. Sie inszeniert mit ihren Freunden kleine Beschwörungsspiele um die Heiligen und den lieben Gott dazu zu bringen ihre geliebte Familie zu beschützen und sie glaubt an den Erfolg, da sie das Böse nie kennengelernt hat und es außerhalb ihrer Vorstellungskraft liegt.Es gelingt der Autorin sehr gut, die Lesenden in Pennys Welt hineinzuziehen, man fühlt sich fast selbst wieder als Kind und so treffen einen die folgenden Ereignisse wirklich ins ungeschützte Herz, was tief traurig ist und einen hilflos zurücklässt.Angesichts der aktuellen Weltlage möchte ich hinzufügen, dass natürlich die Dinge zusammenhängen und für mich die Unsäglichkeiten, die im 3. Reich verbrochen wurden und unsere deutsche Verantwortung, die wir nie wirklich eingelöst haben, noch schwerer machen. Aber das, was unseren Großeltern angetan wurde, berechtigt uns nicht unsererseits gegen die Gesetze der Humanität zu verstoßen und Unschuldige zu quälen und zu töten. Das gilt leider für Großeltern und Enkel auf der ganzen Welt.