Solider historischer Roman im England des 11. Jahrhunderts, in den Wirren vor der normannischen Eroberung.
Ich liebe eigentlich alle Romane der Waringham und Helmsby Reihe von Rebecca Gablé, sie vermittelt Geschichte wirklich packend und mit viel Liebe zu Details, man lebt praktisch für eine Zeitlang mit den Protagonisten im England des 11. Jahrhunderts, weiß was sie essen, wie sie wohnen, wie sie feiern und sterben (und sie sterben oft!). Auch diese Geschichte um Königin Emma der Normandie und die Kriege und Wirrungen zwischen Angelsachsen, Dänen und Normannen um die englische Krone bietet viele Einblicke in das damalige Leben des Adels. Der Protagonist Aelfric von Helmsby bleibt aber ein wenig blass, die Geschichte über 3 Generationen schleppt sich oftmals wie Kaugummi und man verliert mit den vielen ähnlich klingenden Personen oft den Überblick. Zum Fremdschämen und absolut unglaubwürdig wie überflüssig fand ich diesmal die Sexszenen (in einer Kapelle vor dem Altar, also bitte!?). Das konnte die Autorin schon mal besser. Fazit: Nicht der beste Gablé-Roman, aber wer englische Geschichte des Mittelalters mag, wird dennoch viel Freude an der Lektüre haben.