Nach dem Lesen des Klappentexts war mir schnell klar, dass dieses Buch möglicherweise sehr traurig werden könnte: zwei Kindheitsfreunde mit Herzerkrankung und Missverständnisse, die zu getrennten Wegen führten und ein Wiedersehen nach langer Zeit! Sera und Luke treffen sich in Cape Cod am Strand zwei Sommer später wieder und finden zunächst keine Worte füreinander, obwohl ihre Freundschaft doch eigentlich so besonders war...
Bei dem Cover gefiel mir sofort, dass ihre Herzen mit einem Strahlen betont wurden, da sie ja eine große Rolle physisch aufgrund der Transplantation, wie auch psychisch in Sachen Liebe spielen!
Der Schreibstil liest sich sehr einfach, frisch und flott, was zu dem Genre Young Adult gut passt. Die Autorin Jessica M. Fellemann erwähnt im Nachwort, dass sie für sich, und damit die Geschichte funktioniert, einige (medizinischen) Gegebenheiten abgeändert hat. Dadurch ließ sich für mich leicht über unrealistische Details hinwegsehen.
Mir gefiel zunächst sehr gut, dass die Liebe zwischen den Protagonisten irgendwie mit dem physisches Aspekt des Herzens verknüpft wurde. Leider wurde das Potential und die emotionale Tiefe, die die Thematik hergeben könnte wenig bis kaum ausgeschöpft. Ich habe die Emotionalität des Romans nicht spüren können und das ganze Setting, sei es die Umgebung, das Geschehen, als auch leider die Charaktere blieben mir zu oberflächlich. Zudem muss man bei manchen Abschnitten, trotz Einfachheit des Geschriebenen, sehr aufmerksam bleiben, da ungekennzeichnete Wechsel in die Vergangenheit passieren und man sich eventuell plötzlich nicht auskennt.
Obwohl die Gefühle gegen Ende noch einmal zunehmen, konnte mich die Story nicht mehr abholen, besonders weil es zusätzlich vorhersehbar wurde.
Außerdem gibt es Punkte Abzug, weil mich ein Abschnitt in der Mitte echt ein wenig verärgert hat und der Sinn eines bedeutungsvollen Satz in die Hose gegangen ist.
Sie schreibt: Wenn es stimmt, dass du nur eine bestimmte Anzahl von Herzschlägen hast, dann nutze sie für das, was wirklich wichtig ist.
Kaum 5 Sätze später steht dann jedoch:
Den Rest des Nachmittags verbringen wir damit, TikTok- Videos zu schauen,.
Fazit: Für das junge Zielpublikum ab 14 Jahren ist diese Geschichte wahrscheinlich besser geeignet. Bei mir hat sie leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen!