Ein wertvolles Jugendbuch mit wichtigen Botschaften und einer süßen Liebesgeschichte.
Immer im Takt bleiben. Weitermachen. Auch, wenn es in dir brodelt. "Wie Melodien im Wind" ist einer dieser Jugendromane, die unter die Haut gehen. Dank des Hausmeisterjobs ihrer Mutter darf Protagonistin Toni ein Elite-Internat besuchen. Um jedoch ihre Herkunft und den Umstand, dass ihr Vater im Gefängnis saß, vor den anderen zu verbergen, gibt sie sich als Kind reicher Ärzte aus. Ein Lügengespinst, dass sie Tag für Tag, Jahr für Jahr um sich aufbaut. Dies ist auch der Grund, warum sie mit ihrer großen Liebe Lucas nicht zusammen sein kann.Obwohl der Ausgang der Geschichte vorprogrammiert scheint, überrascht Alicia Zett mit einem bewegenden Erzählstil. Sie bringt gekonnt Unterhaltung und Spannung im Wechsel mit großen Gefühlen ein und macht das Lesen kurzweilig.Die Liebesgeschichte zwischen Toni und Lucas wirkt authentisch, nachvollziehbar und ist so erfrischend jugendlich unschuldig, dass sie einen regelmäßig zum Schmunzeln bringt.Die Themen, die hier behandelt werden, geben dem Roman jedoch auch eine Prise Ernst mit: Zukunftsängste, Druck und Erwartungen, Scharm für die eigene Herkunft, sich selbst als weniger wichtig zu erachten, Angst davor, sich Hilfe zu holen und das Kleinreden der eigenen Probleme. Und vermutlich habe ich mit dieser Auflistung gerade mal die Hälfte der Themen aufgezählt, die Alicia Zett hier so gekonnt einbindet und quasi in allen Belangen zumindest im gewissen Maße zum Guten wendet. Sie führt vor Augen, wie gut es ausgehen kann, wenn man sich seinen Ängsten stellt und den Mut ergreift, dabei auch Hilfe zuzulassen. Ein so wertvolles Jugendbuch, dass ich selbst als Jugendliche gern schon gelesen hätte.