Prinz Maxon sucht weiterhin seine Bachelorette, und America kann sich glücklich schätzen, noch dabei zu sein.
Zweite Bände von Reihen sind eine undankbare Sache, denn sie erfüllen eine Art Übergangsfunktion, und oft genug fällt es schwer, die im ersten Teil aufgebaute Spannung bis hin zum finalen dritten Band aufrecht zu erhalten. Das kennt man von vielen anderen Reihen, und leider schlägt dieser Fluch auch bei Selection zu. Die Handlung schreitet nicht wirklich voran, sondern tritt auf der Stelle. Vieles wiederholt sich und wenig entwickelt sich. Gerade der Handlungsstrang rund um die Rebellion im Staat unterscheidet sich nicht wirklich groß von den Vorkommnissen im ersten Band.
Richtig stark fand ich hingegen Americas nun klare und mutige Positionierung gegen das bestehende Kastensystem. Das wurde hier stärker thematisiert und man merkt beim Lesen, dass sich da etwas zusammenbraut.
America steht immer noch zwischen Prinz Maxon und ihrer Jugendliebe Aspen, und dieses Mal wirkt sie deutlich unentschlossener und weiß durchgehend kaum, wem der beiden sie vertrauen soll: Irgendwo tief in mir drin machte ich mir aber auch Sorgen, wie leicht ich seinen Worten Glauben schenkte. Kein Wunder, dass sie in ihrer Haltung ständig schwankt und ihren Favoriten mehrfach wechselt, so dass auch wir beim Lesen kaum ahnen können, wie das Ganze enden soll. Beim Lesen möchte man America einfach schütteln, weil sie sich immer wieder umstimmen lässt und wankt.
Ich freue mich daher sehr auf den dritten Band, in dem es zur finalen Entscheidung kommt!