Blaues Feuer hat mir insgesamt richtig viel Spaß gemacht. Besonders beeindruckt hat mich, wie umfangreich recherchiert wurde und wie detailliert die verschiedenen Bereiche rund um das Meer und die Expedition beschrieben werden. Ob Segeln, Tiefentauchen, Sicherheitstraining oder die dafür benötigte Ausrüstung, man bekommt einen wirklich interessanten Einblick in unterschiedliche Berufe, Tätigkeiten und Herausforderungen auf und unter dem Meer. Dadurch wirkt die Geschichte sehr authentisch und man merkt, wie viel Arbeit hinter den einzelnen Details steckt.
Zu Beginn musste ich mich allerdings erst einmal in die vielen verschiedenen Charaktere und Handlungsstränge hineinfinden. Es passiert einiges parallel und anfangs wirkte das auf mich ein wenig viel. Nach ein paar Kapiteln war ich aber richtig in der Geschichte angekommen. Die kurzen Kapitel haben dabei für ein angenehmes Tempo gesorgt und die Spannung immer wieder schön vorangetrieben. Dadurch war das Buch sehr kurzweilig zu lesen und gerade der erste Teil war für mich entsprechend schnell gelesen.
Trotz der vielen technischen und detaillierten Beschreibungen bleibt die Spannung zum Glück nie auf der Strecke. Im Gegenteil: Durch die verschiedenen Handlungsstränge möchte man immer wissen, wie es an den jeweiligen Stellen weitergeht. Manchmal waren mir die technischen Ausführungen, beispielsweise beim Sicherheitstraining, zwar etwas zu detailliert, gleichzeitig haben genau diese Passagen dem Buch aber auch viel Authentizität verliehen.
Besonders Yorick hat mich im Verlauf der Geschichte immer wieder überrascht. In einigen Situationen konnte ich überhaupt nicht vorhersehen, wie er reagieren oder handeln würde. Gerade dadurch wurde er für mich zu einem interessanten Charakter, bei dem man gerne wissen möchte, wie er sich weiterentwickelt.
Auch seine Gefühlswelt sorgt für einige offene Fragen. Vor allem bei den Frauen in seinem Leben war ich mir nicht immer ganz sicher, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Wird sich zwischen Yorick und Kristina noch etwas ergeben? Oder spielt seine langjährige Freundin aus dem Waisenhaus vielleicht doch eine größere Rolle? Ich bin gespannt, welche Richtung die Geschichte hier noch einschlägt.
Insgesamt ist Blaues Feuer für mich eine gelungene Mischung aus Spannung, Abenteuer, detaillierten Recherchen und interessanten Einblicken in die Welt auf und unter dem Meer. Die vielen Handlungsstränge verlangen am Anfang etwas Aufmerksamkeit, belohnen einen aber mit einer abwechslungsreichen und kurzweiligen Geschichte.
Ich freue mich jedenfalls schon darauf, mehr von Yorick Vard zu lesen und zu erfahren, wie es weitergeht. Meine Vermutungen für die weitere Handlung stehen zwar schon im Raum, aber ich rechne fest damit, dass mich noch der eine oder andere Plot-Twist erwartet.
Ich kann nur empfehlen, nehmt Teil an dieser Expedition. Es lohnt sich.