Manchmal sind es die kleinen Bücher, die den größten Eindruck hinterlassen. Diese Sammlung von Kurzromanen, Essays und Klassikern unter 100 Seiten zeigt, wie viel Tiefe, Emotion und kluge Gedanken in kompakter Form stecken können. Perfekt für alle, die in einer Pause abtauchen wollen, ohne sich gleich in einen dicken Schmöker zu stürzen. Ob für unterwegs, zwischendurch oder als literarischer Snack für den Kopf: Diese kurzen Bücher beweisen, dass große Geschichten nicht immer viele Seiten haben müssen.
1. Pascal Mercier: Der Fluss der Zeit
(49Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Kann ein Mann auf dem Höhepunkt seiner Jahre noch einmal die Zeit seines Aufbruchs ins Leben heraufbeschwören? Wann beschädigt Großzügigkeit die Würde eines Künstlers? Gibt es Emotionen, die unser Verstand nicht mehr erreicht? In "Der Fluss der Zeit" lernen wir unvergessliche Figuren kennen, die uns mit ihren Gefühlen und Gedanken sehr nahe kommen - und dabei unverhofft Einblicke in unser eigenes Selbst eröffnen.

Darum lieben wir dieses Buch: Mit seinen Romanen "Nachtzug nach Lissabon" und "Das Gewicht der Worte" verführte Pascal Mercier ein Millionenpublikum dazu, über große Themen wie Identität oder den Sinn des Lebens nachzudenken. Zwei Jahre nach seinem Tod erscheinen nun erstmals diese fünf Kurzgeschichten, die beweisen, dass Mercier nicht nur mit seinen epischen Romanen, sondern auch in ganz kurzen Erzählungen brillieren konnte. Für Mercier-Neulinge ist dieser Band ein idealer Einstieg, für alle anderen ein berührendes Wiedersehen mit einer unverwechselbaren literarischen Stimme. Ein wunderbar kurzes Buch für einen inspirierenden Nachmittag.
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2. Monika Helfer: Wer bist du?
Buch (gebunden)
23,00 €
Darum geht es: Eines Tages steht ein Mädchen vor der Tür der Erzählerin, mit einem 1000-Schilling-Schein in der Hand und einer unglaubwürdigen Geschichte dazu. Als das Mädchen wenig später vermisst wird, sucht die Erzählerin vergeblich nach ihr. Jahre später taucht eine junge Frau auf, die behauptet, das Mädchen von damals zu sein, und die sich in ihr Leben drängt. Die Beziehung der beiden Frauen wird zu einem lauernden Tanz, bei dem jede die andere belügt - oder nicht? Wer erzählt wem was? Wer ist wer?

Darum lieben wir dieses Buch: Monika Helfers meisterhafte Geschichte über die Begegnung zwischen zwei Frauen erzählt von Nähe und Einsamkeit, Liebe und Lebenslügen, von Angst - und von der Macht des Erzählens selbst. Wir lieben Monika Helfers leise und bewegende Erzählstimme, die es innerhalb kürzester Zeit schafft, uns ganz in die Personen und ihre Geschichte eintauchen zu lassen. "Wer bist du?" entfaltet sich still und doch elektrisierend und ist ein psychologisches Verwirrspiel, das immer dichter wird, je mehr sich Wahrheit und Täuschung miteinander verflechten. Ein kurzes Buch unter hundert Seiten, das uns nicht nur mit seiner Geschichte, sondern auch den atmosphärischen Illustrationen begeistert hat.
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3. Ben Shattuck: Die Geschichte des Klangs
(158Bewertungen)15
Buch (gebunden)
20,00 €
Darum geht es: Die Geschichte einer geheimen Liebe, die einen Sommer lang währt - und die ein Leben lang als die "eigentliche Liebe" nachklingt: Im Schatten des Ersten Weltkriegs lernen sich Lionel und David, zwei Musikstudenten, in einer verrauchten Bar im ländlichen Maine kennen und werden Freunde. Nach dem Krieg wandern sie im Sommer durch die Wälder New Englands, um Volkslieder zu sammeln, die sie auf Wachszylinder aufnehmen. Aus unerklärlichen Gründen bricht der Kontakt ab. Als Jahrzehnte später eine Frau beim Aufräumen eines Dachbodens die Wachszylinder findet, erklingt ihre Liebe noch einmal aufs Neue.

Darum lieben wir dieses Buch: "Die Geschichte des Klangs" ist eine bewegende Liebesgeschichte, die Fans von Geschichten wie "Brokeback Mountain" oder "Im Wasser sind wir schwerelos" begeistern wird. Mit poetischer Ruhe verwebt Ben Shattuck Natur, Musik und Erinnerung zu einer Atmosphäre, die man fast hören kann: das Knistern alter Wachszylinder, das Rascheln von Blättern, die unausgesprochenen Worte zwischen zwei jungen Männern, deren Gefühle größer waren als die Welt, in der sie lebten. Dieses kurze Buch berührt, weil es zeigt, wie eine große Liebe über die Zeit hinaus weiterklingt.
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4. Fjodor Dostojewski: Weiße Nächte
(67Bewertungen)15
Taschenbuch
10,00 €
Darum geht es: "Es war eine wundervolle Nacht, eine solche Nacht, wie sie vielleicht nur vorkommen kann, wenn wir jung sind, lieber Leser." In dieser Nacht treffen in Petersburg zwei einsame Gestalten aufeinander: der Erzähler, ein lebensfremder Träumer, und die junge, naive Nastenka, die verzweifelt die Rückkehr ihres Geliebten erwartet. Aus der zufälligen Begegnung entwickelt sich eine freundschaftlich-liebevolle Zuneigung. In vier Nächten nehmen sie Zuflucht zu intensiven Dialogen und spenden sich gegenseitig Trost. Doch ihr Traum kann der Realität nicht standhalten...

Darum lieben wir dieses Buch: Dostojewskis Novelle erschien erstmals 1848 und gehört zu den schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur. In den letzten Jahren entdeckten viele Leser:innen diesen literarischen Schatz dank begeisterter Empfehlungen auf Social Media neu. Denn die Novelle berührt, weil sie bis heute zeitlos ist: die Hoffnung, endlich gesehen zu werden, das zarte Aufflackern von Nähe, das Wissen, dass manche Begegnungen nur für einen Augenblick bestimmt sind. Wer also gerne einmal wieder einen Klassiker lesen möchte, aber vor dicken Wälzern zurückschreckt, dem können wir diesen brillanten Kurzroman nur empfehlen.
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5. Maxim Leo: Junge aus West-Berlin
(17Bewertungen)15
Buch (gebunden)
23,00 €
Darum geht es: Ostberlin im Sommer 1989: Eine fröhlich-bunte Anarchie im grauen Schattenland diesseits der Mauer. Mittendrin: Der Westberliner Marc, der hier der sein kann, der er immer gerne gewesen wäre: ein interessanter, begehrenswerter Mann. Sobald er die Grenze übertritt, empfangen ihn seine Freunde aus der Ostberliner Szene mit offenen Armen. Natürlich auch, weil er Mangelware mitbringt, Bücher, Platten, Musikzeitungen. Bis ihm bei einer Party Nele über den Weg läuft, eine Träumerin wie er. Auch sie wäre gerne jemand anderes. Wenn Nele und Marc über die Dächer von Prenzlauer Berg spazieren, fühlen sie sich seelenverwandt. Ein freier Ort im Nirgendwo für ihre Liebe. Bis irgendwann die Mauer fällt...

Darum lieben wir dieses Buch: Wer sich für Geschichten aus der ehemaligen DDR und Ostberlin im Besonderen interessiert, dem können wir die Romane von Maxim Leo nur empfehlen. In seinem kurzen Roman "Junge aus West-Berlin" fängt er die Magie eines Sommers ein, wie er nur einmal im Leben existiert: voller Sehnsucht, Aufbruch und der Ahnung, dass sich alles ändern kann. Eine unheimlich berührende Coming-of-Age-Geschichte, die nicht nur erzählerisch, sondern auch dank der wunderschönen Illustrationen von Kat Menschik ein echtes Schmuckstück ist.
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6. Claire Keegan: Das dritte Licht
(159Bewertungen)15
Buch (gebunden)
Darum geht es: Irland der 1980er Jahre: ein Mädchen wird von ihrem Vater bei entfernten Verwandten auf einem Bauernhof untergebracht. Denn seine Frau ist schon wieder schwanger und die Kosten sind für die mehrköpfige Familie kaum stemmbar. Auf dem Bauernhof herrscht die pure Idylle: Milch, Rhabarber und Zuwendung gibt es im Überfluss. Aber auch ein dunkles Geheimnis, das über dem Haus der Pflegefamilie lastet.

Darum lieben wir dieses Buch: Die einfühlsam geschriebene Kurzgeschichte geht unter die Haut. Claire Keegan schreibt auf berührende Weise von Zuneigung, Familie und was ein Kind braucht, um Kind sein zu dürfen. Der Kurzroman wurde mit dem renommierten Davy Byrnes Award ausgezeichnet, The Times hat ihn zu einem der 50 wichtigsten Bücher des 21. Jahrhunderts gekürt und der Film "The Quiet Girl" wurde als erster irischsprachiger Film für den Oscar nominiert.
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7. Jacqueline Kornmüller: Das Haus verlassen
(22Bewertungen)15
Buch (gebunden)
22,00 €
Darum geht es: Es gibt Menschen, die werden von den Eigenarten ihres Hauses magisch angezogen. Sie erforschen, wann das Haus erbaut wurde, wer zuvor darin lebte und wie es dem Haus dabei erging. So geht es auch der Erzählerin dieser Geschichte, als sie ein vereinsamtes kleines Feldsteinhaus auf dem Lande bezieht. Während die Dorfgemeinschaft sie für ihre Bruchbude belächelt, beginnt sie, das 140 Jahre alte Haus wieder zum Leben zu erwecken. Als die Erzählerin nach zehn Jahren beschließt, ihr Haus zu verkaufen, muss sie feststellen, dass das Haus sich nicht so ohne Weiteres von seiner Besitzerin trennen möchte. Denn das Haus benimmt sich unerwartet widerspenstig und fremdelt, als sich die Bewerber die Klinke in die Hand geben...

Darum lieben wir dieses Buch: Dieses Buch ist ein kleines literarisches Juwel. Auf weniger als hundert Seiten erzählt Jacqueline Kornmüller eine persönliche und poetische Geschichte voll leisem Humor. Sie schafft es, so lebendig von ihrem kleinen alten Haus zu erzählen, dass man beim Lesen das Gefühl hat, es mit einem lebendigen Wesen zu tun zu haben. Am liebsten würde man es selbst besuchen, um zu sehen, wie dieses Häuschen auf einen reagiert. Ein wirklich wunderbares kurzes Büchlein, das noch ein echter Geheimtipp ist und das wir nur empfehlen können.
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8. Ferdinand von Schirach: Regen
(73Bewertungen)15
Taschenbuch
12,00 €
Darum geht es: Ein Mann kommt durchnässt aus dem Regen in eine Bar - auf die Bühne - und denkt über Verbrechen und Strafen nach, über das Großartige und das Schreckliche unserer Zeit, über die Würde des Menschen, die Einsamkeit, die Liebe, den Verlust und das Scheitern. "Regen" ist eine Erzählung in Form eines Theatermonologs, den Ferdinand von Schirach im Rahmen einer großen Premierentournee auf zahlreichen deutschen Bühnen selbst aufgeführt hat.

Darum lieben wir dieses Buch: Mit seinen Romanen, Erzählungen und Stücken ist der ehemalige Strafverteidiger zu einem der bekanntesten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart geworden. In "Regen" gelingt es Ferdinand von Schirach, in wenigen Worten existenzielle Fragen zu stellen: Was ist Recht? Was ist Gerechtigkeit? Wie gehen wir mit Einsamkeit, Verlust und Schuld um? Dieses Buch berührt auf subtile Weise, regt zum Nachdenken an und bleibt lange im Kopf und Herzen. Ein literarisches Erlebnis, das wir allen, die das Beste aus ihrer wenigen Lesezeit machen wollen, nur empfehlen können.
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9. Mareike Fallwickl: Liebe Jorinde
(29Bewertungen)15
Buch (gebunden)
20,00 €
Darum geht es: Manche sagen: Wenn Mütter ihren Kindern antipatriarchales Wissen vermittelten, hätten wir dank der nächsten Generationen schnell Gleichberechtigung. Dass es so einfach nicht ist, davon handelt dieses Buch. Denn während junge Frauen zunehmend feministisch denken, wenden sich junge Männer verstärkt misogynem Gedankengut zu. Wie gehen wir in Familie und Gesellschaft damit um? Wie schaffen wir es, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen? Und was muss geschehen, damit Männer Verbündete werden? In ihrem ersten Sachbuch plädiert Bestsellerautorin Mareike Fallwickl für einen neuen Feminismus, der alle einschließt - und alle befreit.

Darum lieben wir dieses Buch: Wir sind durch diesen Essay nur so geflogen. Ein erfrischend neuer feministischer Ansatz, der auf Kooperation statt Konfrontation setzt, und über den man noch lange nach der Lektüre nachdenken wird. Für ein feministisches Miteinander auf Augenhöhe - wohltuend und hoffnungsvoll. Lesen!
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10. Aldous Huxley: Zeit der Oligarchen
(9Bewertungen)15
Buch (gebunden)
14,00 €
Darum geht es: Mit gespenstischer Klarsicht nahm Aldous Huxley schon 1946 unsere Gegenwart vorweg: Durch technologischen Fortschritt konzentriert sich politische Macht plötzlich in den Händen weniger. In Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs haben Nationalismus und geopolitische Machtspiele Hochkonjunktur, während Demokratie und Solidarität leiden. Stilistisch brillant beschreibt Aldous Huxley das aufziehende Zeitalter einer Tech-Oligarchie - einer Welt, in der Boy Gangster in den Regierungen sitzen und das Recht des Stärkeren die Freiheit aller bedroht. Huxleys prophetische Intervention war 80 Jahre lang verschollen. Heute trifft sie mitten ins Mark.

Darum lieben wir dieses Buch: Über 80 Jahre lang war dieser Essay des Autors von "Schöne neue Welt" vergessen. Nun wurde dieses prophetische Werk neu aufgelegt und es ist aktueller denn je. Denn in diesem kurzen Buch seziert Huxley mit messerscharfer Präzision die Mechanismen von Macht, Propaganda und technologischer Manipulation und zeigt, wie schnell Freiheit bröckelt, wenn sie nicht verteidigt wird. Die Mischung aus brillanter Sprache, visionärem Denken und drastischer Warnung macht das Buch so eindringlich. Ein Werk, das nachhallt und dringend gelesen werden sollte.
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