Gut
Ich muss sagen, die Reihe wird zum Ende hin wirklich immer besser. Der ganz einfache Grund dafür ist, dass Andreas Gruber mit den Mustern der ersten Bände konsequent bricht. Meine Befürchtung, nichts Neues mehr erwarten zu dürfen, wurde damit komplett über Bord geworfen.In diesem Band greift er so viele neue Facetten auf, die mich wirklich überrascht haben. Wir erkennen hier nicht mehr die typische Methodik der ersten Bücher. Statt eines klassischen Serienmörders stehen eine große kriminelle Organisation und deren vielschichtige Machenschaften im Mittelpunkt. Aus den unterschiedlichsten Gründen wird gemordet: Alte Rechnungen werden beglichen, vergangene Verbrechen gesühnt und gleichzeitig Zeugen ausgeschaltet. Die Morde sind dabei kalt, erbarmungslos und dienen einem größeren Plan.Ich muss tatsächlich sagen, dass dieses Buch aufgrund seiner Spannung und auch der Geschichte um Sabine - auf die ich aus Spoilergründen nicht näher eingehen möchte - für mich bisher der beste Band der Reihe ist. Da mir nur noch ein Teil fehlt, könnte es am Ende sogar mein persönlicher Favorit bleiben.Ich werde das Buch auch diesmal mit 4,5 von 5 Sternen bewerten. Ausschlaggebend dafür sind die Dynamik, die Brisanz der Handlung und die durchgehend hohe Spannung.Besonders hervorzuheben ist auch die Entwicklung von Maarten Sneijder. Zu Beginn erleben wir ihn als gebrochenen Menschen. Er wirkt antriebslos, ohne die Entschlossenheit und Motivation, die wir aus den vorherigen Bänden kennen. Doch dieser Eindruck täuscht. Als es darauf ankommt, sammelt er all seine Kräfte, wächst über sich hinaus und wird erneut zum starken Anführer seines Teams. Mit Bedacht, Kalkül und großer Weisheit versucht er herauszufinden, was mit Sabine geschehen ist. Auch auf diesen Handlungsstrang möchte ich nicht näher eingehen, um potenziellen Leserinnen und Lesern nichts vorwegzunehmen.Ich kann nur sagen, dass dieser Band hervorragend umgesetzt ist und von mir eine klare Leseempfehlung erhält. Allerdings muss man fairerweise erwähnen, dass das Buch nur dann seine volle Wirkung entfaltet, wenn man die sechs vorherigen Bände gelesen hat. Die Reihe erzählt eine zusammenhängende Geschichte, und insbesondere die Entwicklung der Beziehung zwischen Sneijder und Sabine lässt sich nur dann vollständig nachvollziehen.Da die ersten sechs Bände ebenfalls auf einem hohen Niveau sind, sehe ich das jedoch nicht als Nachteil, sondern vielmehr als zusätzlichen Anreiz, die gesamte Reihe zu lesen.Ich bin jetzt sehr gespannt auf den letzten Band und freue mich darauf zu erfahren, wie Andreas Gruber diese außergewöhnliche Reihe zu Ende führt.