Alexander Oetker entführt uns mit diesem Krimi in den französischen Teil des Baskenlandes
Es sind fünf Dinge, die mir an Alexander Oetkers Büchern gut gefallen:Sie spielen in einer wunderschönen Region FrankreichsDas französische savoir-vivre kommt nicht zu kurzSie sind spannendSie greifen oft aktuelle Themen auf oder greifen zurück auf historische EreignisseDie Ermittler sind durchweg sympathischDieses Mal gehen wir in die französische Grenzregion nach Spanien, ins französische Baskenland in die Region um Biarritz und Bayonne. Die Beschreibungen der Dörfer und Städte machen Lust auf einen Besuch, man würde am liebsten nach dem Lesen gleich die Koffer packen.Um was geht es?Ganz nah am Jakobsweg ist ein alter Schäfer grausam ermordet worden. Der Mann war zwar unbeliebt, aber lebte seit vielen Jahren allein nur mit Schafen, Ziegen und seinem Hund zusammen.Die Einwohner von Espelette mochten ihn nicht, sie sahen ihn nicht als einen der ihren an. Das lag daran, dass er immer mal wieder mit Warnschüssen Wanderer vergraulte, das lag daran, dass man ihm nachsagte, den Wolf wieder ins Tal gelockt zu haben und das lag an seiner unnachgiebigen Art. Er hörte sich zwar alles an, reagierte aber nicht darauf.Da der Wolf sich in den letzten Jahren einige Schafe und Ziegen gerissen hatte, gab es unter den Schäfern reichlich Motive für Rache. Auch die Hoteliers beschwerten sich lauthals über wegbleibende Gäste, die sich in der Nähe eines schusswütigen alten Mannes nicht willkommen fühlten und ihren Aufenthalt verkürzten.Luc Verlain wird von seinem baskischen Kollegen Etxeberria nach Espelette gerufen. Mit ihm erscheint eine Commissaire - Rose Schillinger - aus der Bretagne auf der Bildfläche, Luc erfährt von Anouk, dass sie ihm vom Präfekten zugeteilt worden sei. Sie verhält sich unhöflich und geht jedem persönlicheren Kontakt aus dem Weg. Dabei scheint sie aber ein Ziel zu verfolgen und ist in ihren Gedanken Luc so manches Mal auch ein wenig voraus.Luc ist dieses Mal nur mit dem baskischen Kollegen und Rose Schillinger, aber ohne seine Chefin und Partnerin Anouk unterwegs und so spielen private Dinge eine geringere Rolle als bei manchem Vorgängerband. Luc genießt die herrliche Landschaft und das gute Essen, ist aber deprimiert, dass alle seine Spuren ins Leere laufen. Die Bewohner des Dorfes versichern ihm glaubhaft, dass sie Jacques zwar nicht mochten, dass das aber kein Grund für einen Mord sei. Also muss er nach einigen Tagen Befragungen noch einmal ganz von vorne anfangen und stößt endlich auf eine Spur. Wie bei allen Luc Verlain-Krimis beschleunigt sich das Tempo und die Spannung zum Ende hin noch einmal merklich, bis der Fall dann endlich gelöst ist. Ich mag es übrigens auch, dass in einem anschließenden Epilog auch nochmal auf die Folgen des Verbrechens eingegangen wird, wir erleben noch die Gerichtsverhandlung, dann aber auch direkt im Anschluss die Nachricht von einem neuen Verbrechen, das dann im nächsten Buch unsere Ermittler beschäftigt.