Das war wieder mal sehr atmosphärisch, Aquitaine pur. Dazu ein spannender Fall. Mit einem vielleicht etwas zu lang gezogenen Showdown ....
Luc Verlain ist jetzt schon einige Jahre zurück in der Aquitaine, dem Landstrich mit den ewig langen Atlantikstränden im Südwesten von Frankreich. Er ist dort aufgewachsen, dann aber nach Paris geflüchtet und hat dort Karriere gemacht. Als sein Vater schwer erkrankte, ist er "vorübergehend" zurück nach Bordeaux und in die kleine "Cabane" in Carcans Plage. Dort wo er mit seinem Vater, der Austernzüchter war, aufgewachsen ist. Die Mutter hat die Familie früh verlassen.Aus dem "vorübergehend" wurde ein Dauerzustand. Luc hat sich in Anouk verliebt, sie haben inzwischen eine kleine Tochter und ist jetzt seine Chefin. Und sein alter Kollege aus Pariser Zeiten, Yacine, wird auch in diesem Band eine wichtige Rolle spielen.. .und wohl auch in Zukunft.Ich habe alle vorherigen Fällen gelesen und das gerne. Ich liebe Frankreich, die Lebensart, den Genuss, den Wein, das gute Essen und natürlich die Landschaften im Südwesten. Diese langen, silbrig glänzenden Strandabschnitte an der Côte d?Argent, der Silberküste. Daher: Für mich die perfekte Lektüre. Die Kriminalfälle sind immer knifflig, manchmal auch grausam. Aber das "Drumherum" spielt immer eine große Rolle. Der Wein, die Treffen zwischendurch zum Essen mit Kollegen und Freunden. Das gibt dem Ganzen viel Flair und ein wenig "Cozyness". Ein richtig heftiger Thriller war für mich der frühere Fall im Baskenland. Diesmal handelt es sich um einen eher "normalen", aber sehr mysteriösen Fall. Denn ein Mann verschwindet spurlos während einer kurzen Fährfahrt über die Gironde. Nur sein Auto bleibt einsam zurück. Was ist passiert? Und warum hat niemand etwas bemerkt? Luc und Anouk müssen sehr viel in der Gegenwart und Vergangenheit wühlen. Und dann meldet sich Yacine aus Paris mit einem ähnlichen Fall...Ich mochte diesen Fall sehr und fand den Showdown zwar etwas künstlich in die Länge gezogen. Aber egal: Am Strand ist alles schön!