Wunderbarer Roman über einen Unbeugsamen, welcher Glas eine wunderbare Farbe gab!
Aus dem Feuer kreiert Johannes Kunckel wunderbares Glas in nie zuvor gesehenen leuchtenden Farben!! Der alte Kurfürst ist ein Verfechter seiner Kunst und fördert den eigenwilligen Kunckel, wo es nur geht. Dieser dankt seinem verehrten Kurfürsten mit immer neuen, nie dagewesenen Kreationen der Glasbläserei. Doch ist dieser Roman "Träume aus Feuer" noch etwas anderes, das Träume einen hohen Aufwand bedingen, diese wahr werden zu lassen und einen Gönner oder Mäzen. Aber auf der anderen Seite den Neid und die Missgunst hervorbringt, derjenigen, welche nichts dergleichen vorzuweisen haben und ihren Neid in Zorn und Missgunst auf den Günstling ummünzen. Nur weil, Kunckel es schafft, immer wieder die Anforderungen des Kurfürsten oder seiner machtbewussten Frau, seien sie auch noch so ausgefallen, zu erfüllen. Wunderbar auch, der Anfang des Romans über den Eigenbrötler, in die Temperatureinheiten der Glasbläserkunst einzuteilen. Warm, Heiß und am Ende eben: zu Heiß! das heißt, nach dem Ableben des Kurfürsten sind die Missgünstigen auf der Siegerstraße. Heute weiß man um die Nachfolger des großen Kurfürsten zwar einiges, war doch Friedrich III als Friedrich I erster König in Preußen, doch war er den nachfolgenden Königen in Preußen nicht mal eine Fußnote wert. Das Glas von Kunckel, es glänzt indessen noch immer in den nie zuvor gesehenen Farben und ist auch bis dato unerreicht. Für mich ein wunderbar recherchierter und geschriebener Roman über den Barock und dessen Gepflogenheiten, ein Wermutstropfen allerdings gibt es - er ist mit 140 Seiten nicht gerade sehr lange....aber das ist Jammern auf höchstem Niveau.