Das Cover:Ist aus dem englischen Original übernommen und passt super zur Geschichte, ich mag die Symbole und Farben.Meine Meinung: Wild Card ist Band vier der Rose Hill-Reihe und unabhängig lesbar. Ich würde trotzdem Band eins bis drei empfehlen, wenn man die emotionale Tiefe und die Verbindungen zwischen den Figuren wirklich verstehen will. Es geht hier nicht nur um ein neues Paar, sondern darum, wie Beziehungen, Familie und Vergebung sich über Zeit entwickeln und ineinander greifen. Im Zentrum stehen Sebastian "Bash" Rousseau und Gwen Dawson. Bash ist ein 39-jähriger Aerial Firefighter, also jemand der buchstäblich in Flammen fliegt, um andere zu retten. Sein Job, seine Pflicht, seine Leidenschaft sind Teil dessen, wer er ist. Gleichzeitig baut seine Vergangenheit Mauern um sein Herz: eine zerrissene Beziehung zu seinem Sohn Tripp und eine schwere Sehnsucht, die er lange nicht zulassen wollte.Gwen ist das komplette Gegenteil von ihm und gerade deshalb so stark: Sie ist Yoga-Lehrerin, selbstbewusst, lebensfroh und hat gelernt, mit Ablehnung und Misstrauen zu leben, weil Menschen ihr oft nicht zutrauen, was sie kann. Ihre positive Art ist keine blinde Naivität, sondern eine Haltung, die sie sich hart erarbeitet hat, nachdem sie früher von ihrem eigenen Vater ausgegrenzt wurde.Die Geschichte beginnt mit einer zufälligen Begegnung an einem verschneiten Flughafen, die sofort Funken schlägt, aber ein dummer Fehler in Bashs Handynummer sorgt dafür, dass sie sich nicht wiedersehen. Monate später kreuzen sich ihre Wege erneut im kleinen Ort Rose Hill, als Gwen dort einen Job annimmt und Bash in den Alltag hineingezogen wird, den er so lange auf Distanz gehalten hat.Was Wild Card für mich besonders gemacht hat, ist die Balance zwischen Spannung, Gefühl und familären Konflikten. Es ist nicht nur die langsame, aber sehr spürbare Annäherung zwischen Bash und Gwen, sondern auch um andere emotionale Themen, die ihr selber entdecken müsst. Rose Hill ist ein Ort, in dem Nähe, Freundschaft und kleine Alltagsmomente genauso Bedeutung haben wie große Entscheidungen. Die Nebenfiguren sind keine bloßen Statisten, sondern tragen wirklich zur Entwicklung von Bash und Gwen bei, besonders Clyde, ein älterer Mann, der am Anfang eher ruppig wirkt, aber über die Zeit zu einem emotionalen Angelpunkt wird. Dadurch fühlt sich die Beziehung der beiden nicht isoliert an, sondern eingebettet in ein Netzwerk von Menschen, die miteinander wachsen. Was ich auch stark fand: Das Buch behandelt, wie wichtig Freundschaft, Gemeinschaft und gewählte Familie sind. Man merkt, dass nicht alles romantisch perfekt läuft, aber genau darin liegt die Schönheit: Nichts wird beschönigt, jede Annäherung hat Gewicht, und jede Entscheidung hat Konsequenzen.Mein Fazit:Wild Card ist ein sehr gelungenes Finale der Rose Hill-Reihe: emotional, warmherzig, mit Konflikten, die nicht einfach weggelacht oder schnell gelöst werden. Bash und Gwen wachsen aneinander, nicht trotz ihrer Vergangenheit, sondern mit ihr. Ihre Geschichte ist herzzerreißend, ehrlich und schafft den Spagat zwischen romantischer Hoffnung und echter Verwundbarkeit. Genau deswegen liebe ich die Bücher der Autorin und freue mich schon auf das Nächste.