Klappentext:Nie wollte Sasha nach Amsterdam zurückkehren. Sie schätzt ihr Leben fernab von uralten Verschwörungen und dem hiesigen Hexenrat. Doch als sie eine erschütternde Nachricht erhält, bleibt ihr keine Wahl. Widerwillig schließt sie einen Deal: Ein Jahr lang hilft sie bei der fieberhaften Suche nach Pandoras Büchse - dafür erhält sie die Freiheit, ein unabhängiges Leben zu führen. Das mächtige Artefakt, das seit Jahrtausenden verschollen ist, birgt die Macht, das entfesselte Unheil der Welt zu bannen. Als Sasha mit ihren Nachforschungen beginnt, geschehen seltsame Dinge, und plötzlich steht auch noch ein Alchemist vor ihrer Tür, mit einer Anziehungskraft, der sich Sasha kaum entziehen kann. Er bietet an, ihr zu helfen. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen? Mehr noch: Kann sie sich selbst trauen?Meine Meinung:Ich habe mich unglaublich gefreut, endlich wieder Fantasy von Ava Reed zu lesen und Witches of Deadly Sins hat mich wirklich komplett abgeholt. Für mich war das ein absolutes Highlight und ich kann jetzt schon sagen, dass ich dem zweiten Band sehnsüchtig entgegenfiebere.Was mir direkt positiv aufgefallen ist, war der Umgang mit griechischer Mythologie. Sie ist klar präsent, drängt sich aber nie in den Vordergrund oder erzählt bekannte Göttergeschichten einfach nur nach. Stattdessen wird die Büchse der Pandora zum zentralen Element einer viel größeren, düsteren Idee.Die Welt, die Ava Reed hier erschafft, ist komplex und unglaublich spannend. Magie hat einen göttlichen Ursprung und äußert sich auf ganz unterschiedliche Weise. Hexen, Alchemisten und weitere magische Wesen bewegen sich in einem fein abgestimmten Gefüge aus Macht, Herkunft und Ausgrenzung. Diese gesellschaftlichen Aspekte haben der Geschichte für mich noch einmal deutlich mehr Tiefe gegeben.Sasha als Protagonistin mochte ich von Anfang an. Sie ist schlagfertig, selbstbestimmt und innerlich stark, trägt aber auch die Narben familiärer Ablehnung mit sich. Genau diese Mischung macht sie so greifbar und authentisch. Ich konnte ihre Entscheidungen gut nachvollziehen und habe ihre Entwicklung sehr gern verfolgt. Gemeinsam mit ihr tauchen wir in ein düsteres, magisches Amsterdam ein und ich habe wirklich jede einzelne Seite genossen.Die Beziehung zwischen Sasha und dem Alchemisten Dastan entwickelt sich langsam und genau das hat mir extrem gefallen. Misstrauen, Anziehung und Machtfragen stehen ständig zwischen ihnen und sorgen für ordentlich Knistern. Auch wenn die Romanze stellenweise viel Raum einnimmt, fügt sie sich thematisch perfekt in Fragen von Loyalität und Selbstbestimmung ein.Besonders überzeugt hat mich auch das Magiesystem. Rituale, Traditionen und magische Begleiter wie der Steinkauz Atlas wirken durchdacht und sinnvoll eingebunden. Nichts fühlt sich beliebig an. Amsterdam ist dabei mehr als nur Schauplatz und verleiht der Geschichte eine wunderbar urbane, geheimnisvolle Atmosphäre.Der Aufbau der Handlung ist eher ruhig, aber sehr bewusst gewählt. Die Welt und ihre Figuren bekommen genug Raum, um sich zu entfalten. Perspektivwechsel sorgen zusätzlich für Spannung und lassen die Charaktere noch vielschichtiger wirken. Der Schreibstil ist kreativ, fantasievoll und unglaublich mitreißend.Und dann dieses Ende. Der Cliffhanger ist wirklich gemein und hat mich mit unzähligen Fragen zurückgelassen. Die Vorfreude auf Witches of Hunted Blood ist riesig, denn ich muss unbedingt wissen, wie es mit Sasha weitergeht und welche Geheimnisse noch ans Licht kommen.Fazit:Für mich ist Witches of Deadly Sins ein absolutes Muss für alle, die düstere Fantasy, Mythologie und Spannung mit einer Prise Romantik lieben.