Eigentlich wollte Peter nur Urlaub in Schottland machen - besser gesagt: Beverley wollte das. Aber dank eines Schafs mit ungeklärter Todesursache landet wenig später ein Großteil der Londoner Magiepolizei sowie Peters Familie mit erweitertem Anhang (nicht zuletzt Cousine Abigail) im schönen Aberdeenshire. Und spätestens als die Obduktion einer männlichen Leiche sehr ungewöhnliche Ergebnisse liefert, ist es mit dem beschaulichen Badeurlaub an der schottischen Küste vorbei.Das mittlerweile zehnte Abenteuer mit Peter Grant in der "Flüsse von London"-Reihe konnte mich schnell einfangen. Allerdings musste ich mir recht schnell mal wieder eingestehen, dass viele Dinge aus den bisherigen Bänden schon wieder ein wenig in Vergessenheit geraten sind.Die Zwillinge von Beverley und Peter sind mittlerweile zwei und natürlich ziemliche Wirbelwinde und halten ihre Eltern natürlich ordentlich auf Trab.Immerhin durfte die Familie erst einmal einen kurzen und netten kleinen Sommerurlaub genießen, bevor der ganze "abstruse Scheiß" mal wieder herzhaft eingeschlagen ist.Interessanterweise kriegen wir aber dieses Mal die Geschichte nicht nur aus Peters Sicht erzählt, sondern folgen auch seiner Cousine Abigail, die scheinbar mittlerweile auch schon sehr tief in ihrer magischen Ausbildung steckt. Ihre Beziehung zu den sprechenden Füchsen - genauso wie die sprechenden Füchse an sich - fand ich mal wieder großartig. Allerdings habe ich immer noch nicht die Novellen der Reihe gelesen und daher ständig das Gefühl, dass hier von Personen und Geschehnissen geredet wird, die ich gar nicht kenne.Selbst Abigail, die wir hier ja ganz gut kennen lernen, ist für mich zuvor eher eine Nebenfigur gewesen, die ich nicht so wahnsinnig gut einordnen konnte.Dass sie jetzt mal eben nebenbei zur Hauptfigur befördert wurde, empfand ich schon als ein klein wenig störend, auch wenn sie mir recht sympathisch war.Die Reihe hat ja sowieso schon eine beträchtliche Anzahl an Figuren hervorgebracht und ich hatte schon immer meine Probleme, sie mir alle zu merken, weil Figuren auch gerne nur mal kurz irgendwo auftauchen und dann ein paar Bücher lang nicht mehr und mich das immer ein wenig wahnsinnig macht.Irgendeine Art von Namensregister wäre hier wirklich sowas von hilfreich!Denn natürlich kriegen wir auch hier wieder ein paar neue Figuren präsentiert, da wir uns ja in Schottland aufhalten. Da kann es schon mal sein, dass Peter in der ersten Hälfte des Buches ganz kurz auf neue Charaktere trifft und wir sie erst irgendwann zum Ende hin wieder treffen - und ich sie eigentlich schon längst wieder vergessen hatte, weil sie mindestens zweihundert Seiten nicht mehr erwähnt wurden.Das macht mich jedes Mal komplett verrückt!Die Handlung an sich verläuft recht reihentypisch: Es gibt viele lockere Sprüche von Peter (und auch von Abigail), neue Wesen, kurze spannende Momente und ein wenig magische Action und der neue Schauplatz rund um Aberdeen hat mal ein wenig Abwechslung in die altbekannten Abläufe gebracht.Nightingale hatte nur wenig zu tun und somit auch zu erzählen und zu zaubern, was immer ein wenig schade ist, aber immerhin durfte Peter mal erfahren, wie es sich für Beverley anfühlen muss, wenn er gefährlichen Dinge macht, um andere zu retten.Zum Ende hin gab es noch eine Warnung bezüglich möglicher kommender Gefahren, was ein klein wenig geholfen hat, dass sich dieses Buch nicht nur wie ein netter kleiner Nebenschauplatz angefühlt hat. Fazit: Insgesamt war der zehnte Teil der Reihe zwar wieder unterhaltsam mit seinem typischen Witz, ein wenig magischer Action und vor allem viel "abstrusem Scheiß" und Aberdeen (und Umgebung) war auch mal eine schöne Abwechslung zu London, aber irgendwie hat sich das Buch auch nicht so richtig wie ein Hauptwerk angefühlt, mehr wie ein wirklich netter Ausflug.(Und irgendwann muss ich wirklich mal die ganzen Novellen lesen, alleine schon um den Ursprung der Beziehung von Abigail und den Füchsen zu erfahren!)