Absolut genial, aber auch irgendwie ein Fiebertraum ¿
Also das Buch hab ich auf Empfehlung meines Buchhändler des Vertrauens in die Finger bekommen. Mit der Aussage "ja die Prinzessinnen können zaubern und können sich mit Magie schminken und was halt sonst so wichtig ist. Aber es ist ein bisschen trashig, also wenn du Trash TV magst, dann ist das wirklich gut". Hätte es nicht besser sagen können, hab mich am Ende gefragt, was ich da gerade gelesen habe. Aber Leute, ich habe es verschlungen. Ich bin durch die Seiten geflogen und fand es gar nicht so trashig. Aber es ist halt schon gefühlt alle möglichen RTL Sendungen zusammengewürfelt ¿Also die Geschichte war irgendwie ein halbes Tribute von Panem, mit dem Bachelor, dem Dschungelcamp in Bridgerton mit Selection Vibes. Also wie gesagt, ein absoluter Fiebertraum. Aber ich habe es so abgöttisch geliebt. Ich bin durch die Seiten geflogen und wollte nicht aufhören zu lesen, weil es einfach durchweg spannend und super witzig gewesen ist. (Habe mir vorsorglich noch in den letzten Kapiteln Band 2 bestellt).Die Story schlägt Haken, man bekommt diese außergewöhnlichen Prüfungen mit und während unsere Charaktere aus Bridgerton stammen könnten oder aus Selection (und ich finde die Protagonistin erinnert ziemlich an Penelope Featherington), spielt das ganze dann doch in der heutigen Zeit (wie ein Was -wäre-wenn Konzept) und können halt zaubern. Nicht viel (das Magiesystem wurde nicht erklärt), aber halt so alltägliche Sachen wie sich schminken oder einen Stuhl herzaubern. Ich fand das eine sehr gewöhnungsbedürftige, aber dennoch coole Idee und während die Geschichte von Seite 1 an fesselt, endet sie nach viel Spannung und extremen Suchtpotenzial nach dem Drama (das dem aus dem Dschungelcamp nicht ganz unähnlich ist) mit einem richtig bösen Cliffhänger am Ende. Und zwar so einem, dass ich es bereut habe, einmal nicht auf meine Intuition gehört zu haben, direkt den zweiten Band mit zu kaufen, wenn ich Band 1 nicht gelesen habe. Zwischenzeitlich ist die Geschichte super humorvoll gehalten, weil moderne Zeit und moderne Sprache auf ein Setting des 19. Jahrhunderts trifft. Und es war einfach göttlich.Durch den super leichten Schreibstil und die nicht ganz so ernste Geschichte, lässt sich das Buch in einem Rutsch durchlesen und sorgt beim Leser für einen richtigen Lesefluss. Mich persönlich hat es in einer Zeit der Leseflaute so gecatcht, dass es auch unter Beweis gestellt hat, dass es ein gutes Buch für schlechte Zeiten ist. Ich habe alles daran geliebt. Einzig, dass das Buch leider einige kleinere Fehlerchen hatte (wie zum Beispiel den falschen Namen eingesetzt), an manchen Stellen extrem vorhersehbar war und die Autorin leider Gottes durchblicken lassen hat, dass "um die Wette strahlen" und doppelte Verneinung ihre Lieblingsstilmittel und Lieblingsfloskel gewesen sind, einzig und allein deswegen bekommt das Buch keine 5 Sterne von mir sondern eher 4,5. Ansonsten war es wirklich grandios.Die Protagonistin ist glaube ich mein neuer Lieblingscharakter geworden. Sie ist super sarkastisch, nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht dauerhaft zu rau für eine Prinzessin. Sie hat ein klares Ziel vor Augen und ihre Schlagfertigkeit hat mich an manchen Stellen lauthals auflachen lassen. Sie mogelt sich dadurch und gibt einem so oft das Gefühl, sich gut mit ihr identifizieren zu können. Während sie sich nicht gerne an Regeln hält (sehr schön übrigens mal eine weibliche Protagonistin zu haben, die diese Eigenschaft hat, statt der Bad Boy) und sich einfach mal Dinge einfallen lässt, die so gar nicht den erwarteten Standards ihrer Familie entsprechen, wächst sie einem ans Herz. Dementsprechend versteht man nur zu gut, wie die Beziehung zwischen ihr und unserem männlichen Protagonisten zustande kommt. Diese Enemy - to Friends - to Lovers Beziehung ist einfach on Point. Nicht zu viel, nicht zu wenig, einfach perfekt. Beide haben unter absolut toxischen Familien gelitten und beide haben sich so verdient. Es wurde nicht übertrieben rumgeheult, sondern die beiden haben weiter durchgezogen und BEIDE sich gegenseitig ihn ihren schwachen Momente gezeigt. Sie sind respektvoll (und sarkastisch) miteinander umgegangen, haben sich gegenseitig aufgebaut und geredet. Leute, eine so perfekte Beziehung, dass man sich einfach wünscht, dass die beiden sich kriegen. Und endlich war der männliche Charakter kein absoluter softi und auch kein absolut kaltes emotionales Arschloch sondern eine solide Mischung dazwischen. Und damit ist es für mich bisher die beste Liebesgeschichte überhaupt, in Geschichte solcher Art (Rhys lasse ich ganz bewusst mal raus). Auch wenn ein paar Klischee Charaktere dabei waren, waren die wichtigsten dann wieder so abseits vom Klischee, dass es einfach perfekt gepasst hat und es hat sehr viel Spaß gemacht, allesamt zu verfolgen. Auch wenn ich gerne noch ein bisschen was über die unwichtigen Charaktere als Randinfos bekommen hätte ^^Ein paar Fragen sind noch offen aber ich warte ja auch noch auf Band 2, daher lasse ich die mal weg.Für alle also die was Gutes, was Entspanntes suchen, die herzhaft lachen und quietschen wollen, die keinen absoluten Kitsch wollen und eine starke Protagonistin. Alle die eine extrem gute Leseempfehlung suchen und in einer Leseflaute stecken, so wie ich: Hier seid ihr richtig und hoffentlich bestellt ihr euch Band 2 vor, damit ihr nicht so verzweifelt hockt wie ich. 4,5 Sterne objektiv, 5 Sterne subjektiv beim Lesegefühl, echter Page-Turner.