Ein netter Urlaubskrimi
In diesem zweiten Fall für Agente Enrico Rizzi und seine Kollegen Antonia Cirillo bekommen es die beiden Inselpolizisten auf Capri mit längst vergangen geglaubten Familienfehden und verbotenen Liebesbeziehungen zu tun. Was ist passiert? Rizzi wird auf dem Heimweg mit seiner Vespa Zeuge eines Unfalls. Eine Ape stürzt einen Abhang hinunter, die junge Frau stirbt in seinen Armen und ihre letzten Worte sind "Es war kein Unfall.". "Ich bin mir sicher. An dieser Ape ist herumgeschraubt worden, und jetzt ist Elisa Constantini tot." Er findet seine Ahnung bestätigt und leitet ohne vorherige Rücksprache mit seinem Vorgesetzten die entsprechenden Ermittlungen ein. Gemeinsam mit Kollegin Cirillo beleuchtet er das Familienleben der Toten und stößt auf einige Ungereimtheiten... Meine Meinung: Wie man schon aus dem Vorgänger weiß, ist Enrico Rizzi ein Dorf- pardon Inselpolizist, der mehr zu tun haben möchte, als Falschparker zu maßregeln oder Taschendieben nachzulaufen. Doch eigentlich ist die Insel Capri ein atmosphärischer Ort, wo man sich kennt. Das Böse, so meint man, käme ausschließlich von außerhalb. Während wir Leser Einblick in Rizzis Familienleben erhalten, ist wird über jenes von Antonia nach wie vor ein Geheimnis gemacht. Nun ja, man weiß, dass sie geschieden ist und einen beinahe erwachsenen Sohn hat. Warum sie nach Capri strafversetzt worden ist, erfahren wir noch immer nicht. Nun, möglicherweise hängt dies mit ihrer doch ein wenig impulsiven Art zusammen. Interessant sind die Informationen zu Herstellung des Limoncello, der auf Capri erfunden worden ist. Allerdings finde ich es irritierend, dass eine der Familien ausgerechnet Bellini heißt, wie der gleichnamige Cocktail aus Prosecco und pürierten Pfirsich, den Giuseppe Cipriani (1900-1980) 1948 in seiner Bar in Venedig kreiert hat. Benannt ist das roséfarbige Getränk nach dem venezianischen Renaissance-Maler Giovanni Bellini. Rizzi glaubt "seine" Capreser zu kennen und ist doch ein wenig überrascht, dass nicht alle(s) so ist, wie er vermutet. Solange nicht klar ist, weshalb Cirillo ihren Dienst in Capri ableisten muss, werden die beiden das eine oder andere Mal aneinander vorbei reden. Fazit:Gerne gebe ich diesem Urlaubskrimi 4 Sterne.