Auftakt einer neuen Krimi-Reihe
Dieser Krimi ist der erste der Reihe rund um den Polizisten Enrico Rizzi, der wie er sagt, den schönsten Arbeitsplatz der Welt hat, nämlich die Insel Capri. Da er es im Allgemeinen nur mit kleineren Delikten zu bekommt, hat er genügend Zeit seinem Vater beim Obst- und Gemüsanbau zu helfen.Doch diesmal bekommen es er und seine neue Kollegin Antonia Cirillo mit einem Mord zu tun, der eigentlich in die Zuständigkeit der Kriminalpolizei von Neapel fällt. Doch weil der Höhepunkt des heißen Sommers, der Ferragosto, also der 15. August naht, sind einerseits viele Touristen auf Capri und andererseits einige Kollegen in Neapel auf Sommerurlaub. Also beginnt Rizzi eigenmächtig mit den Ermittlungen, als Jack, der Sohn einer reichen Turiner Unternehmerfamilie, erstochen in seinem Boot liegt. Schnell stellt sich heraus, dass Jack und seine Freundin Sofia Ozeanologie studieren und hier auf Capri ein Praktikum absolvieren. Doch Sofia ist spurlos verschwunden. Ist sie die Täterin oder ein weiteres Opfer? Meine Meinung: Ich bin vor einiger Zeit, wie häufig, mit Band 5 (Blauer Salamander) in die Reihe eingestiegen und hole jetzt den Beginn der Serie nach. Autor Luca Ventura lässt diesen Krimi mit leisen Tönen beginnen, auch wenn hier in Capri das eine oder andere Mal das südländische Temperament mit einem Charakter durchgeht. Wir erhalten eine gute Beschreibung seiner Charaktere. Enrico Rizzi leidet nach wie vor daran, dass sein Sohn Vito als Baby gestorben ist, weshalb die Ehe zerbrochen ist. Die fehlende Erfahrung bei der Aufklärung von Kapitalverbrechen macht er durch Engagement wett, was nicht immer auf Zustimmung seiner Vorgesetzten stößt. Eine interessante Person ist auch seine Kollegin Antonia Cirillo, die nach einem nicht näher erklärten Zwischenfall in Bergamo degradiert und nach Capri strafversetzt worden ist. Der geneigte Leser kann erahnen, dass dies wohl mit ihrer fehlenden Selbstbeherrschung zu tun haben könnte. Ob im zweiten Fall (Bittersüße Zitronen) das Geheimnis von Cirillos Degradierung da gelüftet wird? Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Wir dürfen den Fall durch Rizzis und Cirillos Augen betrachten, sowie auch durch jene von Sofia. Luca Venturas Schreibstil ist angenehm zu lesen. Man kann das Meer rauschen hören und die Früchte der Insel schmecken. Das Flair Capris mit seinen steilen Gässchen in denen man sich entweder zu Fuß oder mit einer Vespa fortbewegt, ist sehr gut beschrieben. Das Cover entspricht den Vorgaben des Diogenes-Verlag, mattweiß, mit schwarzer Schrift und einem Bild in der Mitte, das Lust auf Capri macht. Damit die Leser ein Bild der Lage von Capri im Golf von Neapel haben, gibt es im Vorsatzblatt eine Karte. Fazit:Gerne gebe ich diesem Reihen-Auftakt, der sich gut als Urlaubslektüre eignet, 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde.