Spoilerfreie Meinung¿Das Buch hat mich zum Weinen gebracht. Der Umgang mit Trauer, mit schwerwiegenden Erfahrungen und Schuldgefühlen spielt hier eine große Rolle. Das Setting ist zum Wohlfühlen & die Charaktere sind sehr sympathisch. Bei einigen Themen hätte ich mir mehr Informationen gewünscht & teilweise passieren sehr viele Zufälle, aber für mich überwiegen hier eindeutig die Emotionen. Auch die beschrieben Beziehung ist einfach süß. Außerdem wurde das Thema Gebärdensprache und Hörschädigung behandelt und auch gut in die Handlung integriert. Für mich war dieser Band stärker als Rise & Fall (Band 1), da die Handlung logisch nachvollziehbar war.Achtung, ab hier folgen Spoiler¿Setting ¿¿¿¿,5Das Bauernhofsetting ist sehr schön. Ich konnte mich gleich sehr wohlfühlen. Es ist wirklich bildlich beschrieben, dass ich gleich Lust bekommen habe, einen Bauernhof zu besuchen. Das Setting steht aber nicht im Vordergrund, sondern wirkt begleitend.Charaktere ¿¿¿¿,5HazelHazel ist sehr sympathisch. Ich würd sie gerne kennenlernen wollen. Durch das Erzählen ihrer Gedanken war für mich alles nachvollziehbar. Ich fand auch toll, wie mit Trauer umgegangen wurde. Sie zeigt ihre Gefühle, und ist auch mal wütend. In Band 1 hatte ich das Gefühl, dass einiges zu nüchtern gelöst worden ist. Hier wurden Dialoge geführt, aber auch Emotionen gezeigt.CameronCameron ist sehr sympathisch. Wie er versucht, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen, ist toll. Er weiß, dass er in der Vergangenheit sich z.B. Andrew gegenüber nicht nett verhalten hat. Außerdem ist er so süß gegenüber Hazel. Nur eine Situation, wo ich ihn kurz unsympathisch fand, war folgende:[...] während ich es in vollen Zügen genieße, wie natürlich sie sich mir zeigt. Da ist keine Maske, die ihre Gefühle verdeckt, kein Make-Up, das die Schatten unter ihren Augen kaschiert. Da ist nur sie.Erstmal: Ich weiß, was er meint. Dass Hazel ihre Gefühle zeigt. Dass sie sich ihm öffnet. Er meint all das, was ich auch toll fand. Aber: Wäre das ein Film, würde die Schauspielerin zu 99% geschminkt sein. Als würde Make-Up nur verwendet werden, um sein "wahres Ich" zu verstecken & nicht mehr authentisch zu sein. AndrewEr nennt Hazel jedes Mal, schon bevor er sie überhaupt kennt: "Kleine". Das fand ich unangenehm, da es Hazel verniedlicht. Aber es ist wirklich ein guter Freund fürJamie & GrampsHazel hat Recht, wenn sie sagt, dass ihren Bruder jeder mag. Er ist wirklich süß. Gramps ist für mich wirklich als wichtigste Bezugsperson für Hazel und Jamie rüber gekommen. Er wirkt sehr herzlich und lieb.Hazels MutterSie ist sehr unsympathisch und definitiv keine gute Mutter für ihre Kinder. Keine Frage. Ein bisschen schade fand ich aber, dass die Geschichte ihrer Mutter nicht weitererzählt wurde. Hazel erwähnt einmal, dass "sie nicht ohne Grund zu diesem gefühlskalten Menschen geworden ist, sondern dass die Gesellschaft sie dazu gemacht hat". Was ist passiert? Welche Erfahrung hat sie gemacht?Handlung ¿¿¿¿Das Date & alle Briefe von Mason (sowohl in der Mitte als auch am Ende) waren so traurig. Ich habe wieder geweint, geschnieft und mich in der Welt des Buches kurz verloren. Deshalb konnte ich mit Hazel wirklich gut mitfühlen. Den Plot habe ich wirklich nicht vorhergesehen. Mich hat es echt erwischt. Das erste Mal, als er Hazel auf dem Brief entdeckte, das zweite Mal, als herauskam, wer Mason für Cameron ist. Das gesamte Buch lag der Fokus auf den eigenen Gefühlen und der eigenen Bereitschaft. Ich fand das so schön. Ein Beispiel hierfür, ist, dass Hazel den Brief erst liest, wenn sie bereit dazu und selber für sich entscheidet: "Und das ist nicht jetzt." Oder als Cameron seinen Vater nicht treffen möchte. Das zu lesen ist fast schon heilsam.Camerons erstes Kennenlernend der Gebärdensprache, die verschiedenen Umgangsarten mit der Hörschädigung (Cameron vs. Jamie) war sehr toll erzählt. Man kann auch etwas über die Sprache & die Lebensrealität lernen. Trotzdem ging es nicht ausschließlich darum, was ich gut fand. Auch als Cameron sich als "nicht gut genug" für Hazel bezeichnet, geht es nicht um seine Hörschädigung, sondern darum, dass er sein Leben für sich nicht gut genug im Griff hat. Außerdem fand ich so schön, wie auch schon im letzten Buch, dass beide trotz Anziehung vorerst die Grenzen wahren. Die beiden begegnen sich immer wieder zufällig, genauso wie der Plot auch ein Zufall (mehr oder weniger) ist. Aber jedes Mal war es für mich nicht vorhersehbar. Gegen Ende gab es eine Situation, in der Cameron Hazels Hilfe mit einem Esel benötigt. Das war vielleicht ein bisschen zu viel. Da wirkte es tatsächlich eher so, als wäre das benötigt, um die beiden wieder zusammenzubringen.Vielleicht wäre es (wie im letzten Band) gut gewesen, wenn am Ende noch auf eine Therapie für beide, aber vorallem für Cameron, verwiesen worden wäre. Ich war mir auch unsicher, ob er vielleicht davor schon eine gemacht hat. Aber gerade sein Flashback wäre gut gewesen, weiter aufzuarbeiten. Schreibstil-Gefühl ¿¿¿¿,5Ich habe in dem Buch gelacht, geweint und auch Dinge zum Nachdenken gefunden. Auch die Beschreibungen waren wirklich schön geschrieben. Wie auch in Band 1, wollte ich immer weiter blättern. Teilweise waren die Dialoge ein bisschen konstruiert, aber darüber konnte ich meist hinweglesen.Unterhaltung ¿¿¿¿,5Das Buch hat es geschafft, starke Emotionen bei mir auszulösen. Ohne das wäre die Bewertung geringer. Band 3 werde ich wahrscheinlich irgendwann lesen. Aber ein sofortiges Bedürfnis habe ich nicht, da ich zu Isaac keine emotionale Bindung bisher habe.