EINE LEICHE IM ZOO...Louisa Manu ist verliebt, ihr Leben ungewohnt leichenfrei - und es wundert sie überhaupt nicht, dass das nicht lange so bleibt. Als ihre Schwester behauptet, dass im Kölner Zoo vor ihren Augen eine Leiche entsorgt wurde, ist das fast wie ein Wink des Schicksals für Lou. Am nächsten Tag wird auch gleich der passend zerfressene Körper ans Rheinufer geschwemmt. Grund genug für die Möchtegerndetektivin, sich die merkwürdigen Geschehnisse hinter den Käfigstäben genauer anzusehen. Die Tätersuche würde sich allerdings sehr viel einfacher gestalten, wenn Kommissar Rispo nicht jeden ihrer Rechercheversuche sabotieren würde. Und manche Dinge kann man selbst mit einem Kuss nicht wiedergutmachen... (Verlagsbeschreibung)Der vierte Band der Reihe um Louisa Manu ist in meinen Augen leider wieder eher durchwachsen. Die ersten beiden Bände haben mich nicht nur dezent genervt, doch immerhin konnte mich Band drei positiv überraschen. Einer privaten Leserunde zuliebe las ich nun auch Band vier - und bin wieder etwas ernüchtert.Blumenladenbesitzerin Lou und ihr Polizist Rispo sind nun tatsächlich offiziell ein Paar. Das geht solange gut, bis ein neuer Mordfall ihren Weg kreuzt. Ausgerechnet Lous Schwester will mit ihrem Freund im Kölner Zoo beobachtet haben, wie zwei vermummte Gestalten eine Leiche abtransportiert haben - und haben das Ganze geistesgegenwärtig auch noch gefilmt. Lou muss zugeben, dass die Situation tatsächlich so wirkt, als würde da etwas nicht stimmen, wird aber erst richtig aktiv, als eine angefressene Leichte am Rheinufer gefunden wird. Die Teile, die der Leiche fehlen, werden z.T. im Zoo gefunden, z.T. aber befinden sie sich wohl unauffindbar im Verdauungstrakt des ein oder anderen Tieres hinter Gittern. So wirklich überzeugend erscheint die Ermittlertätigkeit von Lou dann aber nicht. Sie stochert ein wenig herum, spricht mit den Angestellten, entwickelt täglich eine neue Theorie, wer oder was hinter dem Mord stecken könnte und stellt sich bei allem doch eher plump an. Dabei versucht sie einerseits, auch an polizeiliche Interna zu kommen, andererseits aber ihre eigenen Ambitionen vor Rispo zu verbergen, was ihr natürlich nicht gelingt. Und schon befinden sich die beiden wieder in ihrem Eiertanz um freie Entscheidungen und die Erwartung von bedingungslosem Vertrauen auf der einen Seite und die Angst um Lous körperliche Unversehrtheit und der Vorwurf einer unzureichenden Gefahreneinschätzung auf der anderen. Keiner kann aus seiner Haut, und so bleiben persönliche Verletzungen und Streitigkeiten nicht aus. Die Art des Umgangs und die Wahl der Mittel sind allerdings in meinen Augen z.T. mehr als fragwürdig - würde sich jemand mir gegenüber so verhalten, würde ich sie oder ihn zum Mond schießen.Überhaupt sind die Figuren - ja, es soll eine nicht zu ernst zu nehmende Krimikomödie sein, ich weiß - größtenteils derart überzeichnet und damit viel zu drüber, als dass es mir noch gefallen würde. Die positive Entwicklung von Lou im dritten Band erscheint hier wieder rückläufig, was mich schon enttäuscht hat. Dazu kommen noch merkwürdige Stilblüten, mit denen ich so überhaupt nichts anfangen kann. Was beispielsweise muss ich mir unter "Augen so groß wie Teebeutel" vorstellen?! Der Mordfall spielt hinter den persönlichen Querelen diesmal eine eher untergeordnete Rolle, was mir auch nicht wirklich gefallen hat. Die Lösung dann - naja, und die Konsequenzen daraus: oje. Deutlicher kann ich nicht werden ohne zu spoilern, aber überzeugend geht anders. Echt.Knappe drei Sterne vergebe ich hier gerade noch - und fürchte, die Leserunde wird der Reihe trotzdem treu bleiben, *seufzt*. Vielleicht werde ich dann ja noch einmal positiv überrascht...© Parden