Spannender Sylt-Krimi mit Tiefgang: ein Mord aus Rache, starke Figuren und nordisches Flair bis zur letzten Seite.
Mit "Eiskaltes Sylt" entführt Thomas Herzberg seine Leser erneut nach Friesland und mitten hinein in einen düsteren Mordfall auf der Insel Sylt. Hannah Lambert und ihr Kollege Ole Friedrichsen stoßen auf ein Verbrechen, das aus Rache begangen wurde und dessen Wurzeln tief in der Vergangenheit liegen. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, müssen die Ermittler alte Geschichten aufrollen. Zusätzlich wird Hannah auch noch von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt, in Gestalt einer Anwältin aus Italien, was dem Fall eine weitere persönliche Ebene verleiht.Der zweite Band der Reihe erweist sich erneut als echter Pageturner. Die Spannung hält bis zum Schluss an und wird durch mehrere gut platzierten Wendungen immer wieder neu angefacht. Besonders gelungen ist die realistische Darstellung der Figuren: Niemand ist makellos, jeder trägt seine Ecken, Kanten und privaten Baustellen mit sich herum. Das macht die Ermittler glaubwürdig und nahbar.Hannah Lambert bleibt dabei eine starke, aber nicht ganz einfache Hauptfigur. Ihre sehr schroffe und aufbrausende Art empfand ich stellenweise als etwas anstrengend. Gleichzeitig gibt es aber immer wieder Szenen, in denen genau der richtige Schuss Humor durchscheint und die angespannte Atmosphäre angenehm auflockert. Für die kommenden Bände wünsche ich mir, dass Hannah hier noch etwas Entwicklung zeigt.Insgesamt hat mir auch der zweite Teil gut gefallen. Der Fall ist in sich abgeschlossen, sodass man das Buch problemlos auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Empfehlenswert ist es dennoch, mit dem ersten Band zu beginnen, um die Entwicklung der Ermittler und ihre Hintergründe besser nachvollziehen zu können. Fans von regionalen Krimis, insbesondere mit nordischem Flair und Sylt-Kulisse, kommen hier definitiv auf ihre Kosten.