Unbedingt diesen Roman als Hörbuch konsumieren, denn der Autor spricht selbst und das macht er sehr gut!
Und das liegt nicht zuletzt auch daran, dass der Autor sein Werk selbst vorliest und somit auch exakt punktgelandet betonen kann. Was die Romane von Heinz Strunk eint und ich kann auf eine kleine Reihe zurückblicken, ist die Sprache, die der Autor verwendet. Er hat einen leicht schlotzigen Ton, scheut sich nicht, jede Menge Trendworte zu verwenden, aber was seine Romane auszeichnet, sind seine Wortschöpfungen und vor allen Dingen seine plastische Sprache. Es ist noch jedes Mal ein Vergnügen gewesen, zu erleben, wie er bestimmte Sachverhalte darstellt, welche Bilder er zeichnet und welche Metaphern er einsetzt. Er formuliert eben alles andere als beliebig und das würde ich als eine seine Stärken als Autor betrachten. Was mich aber auch durch die Bank weg immer etwas enttäuscht, sind seine Plots, denn sie enthalten fast nie einen gezielten Spannungsaufbau, man fühlt sich nicht gezwungen, seine Romane in einem Rutsch durchzulesen, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht, sondern man kann jederzeit wieder einsteigen und seinem erzählerischem Vortrag weiter folgen. Gäbe es also mal einen Roman, der nicht nur wegen seiner sprachlichen Höhenflüge, sondern auch wegen seines Spannungsbogens zum Pageturner aufstiege, wäre die Kombi für mich im Olymp der guten Literatur. Aber gut strunkmäßig unterhalten habe ich mich dennoch gefühlt.