Mit "Engelsgrube" schickt Eva Almstädt ihre Ermittlerin Pia Korittki in ihren zweiten Fall, der tief in die historischen Gassen und Winkel der Lübecker Altstadt führt. In Lübeck passieren kurz hintereinander zwei scheinbar völlig unterschiedliche Verbrechen. Ein bekannter Gastronom wird in seinem Weinkeller erschossen, und eine Karrierefrau wird mitten auf einem Altstadtfest brutal mit einem antiken Stilett niedergestochen. Während Pias männliche Kollegen in den Taten keinen Zusammenhang erkennen und die Fälle eher stiefmütterlich behandeln, verbeißt sich Pia in die Ermittlungen. Sie ist überzeugt, dass es sich um die Handschrift desselben Täters handelt - und bringt sich damit bald selbst in höchste Gefahr. Eva Almstädt versteht es hervorragend, eine dichte, atmosphärische Kulisse zu erschaffen. Wer Lübeck kennt, wird die Spaziergänge durch die historischen Straßen und die detailreiche Beschreibung der Schauplätze lieben.Pia Korittki als Protagonistin ist erfrischend menschlich: Sie ist keine unnahbare Super-Ermittlerin, sondern kämpft neben dem beruflichen Druck in einer von Männern dominierten Dienststelle auch mit privaten Hürden. Das macht sie nahbar und sympathisch, auch wenn ihre Alleingänge manchmal etwas vorhersehbar sind.Der Schreibstil ist flüssig und liest sich wunderbar leicht - ideal für ein paar gemütliche, aber spannende Lesestunden auf dem Sofa. Die Spannungskurve zieht sich solide durch das Buch, auch wenn die Auflösung am Ende vielleicht einen Tick konstruiert wirkt.Fazit:Ein gelungener -Krimi, der vor allem durch seine tolle Lokalkolorit-Atmosphäre und eine nahbare Hauptfigur überzeugt. Perfekt für alle Fans von norddeutschen Spannungsromanen!