Nach "Die Chirurgin" setzt Tess Gerritsen die Rizzoli und Isles Reihe mit "Der Meister" spannend fort. Die Handlung knüpft an den ersten Band an, entwickelt aber gleichzeitig einen eigenständigen Fall, sodass sich die Geschichte nicht wie eine Wiederholung anfühlt.Besonders überzeugt hat mich erneut die dichte und stellenweise beklemmende Atmosphäre. Gerritsen schafft es, die Spannung über weite Strecken aufrechtzuerhalten und die verschiedenen Entwicklungen so miteinander zu verbinden, dass ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Auch die Ermittlungsarbeit und die medizinischen Einblicke tragen wieder viel zur Atmosphäre des Thrillers bei.Im Mittelpunkt steht diesmal noch stärker Jane Rizzoli. Ihre Figur bekommt mehr Raum und man lernt weitere Seiten von ihr kennen. Ihre Gedanken, Erfahrungen und persönlichen Herausforderungen machen sie greifbarer und haben dafür gesorgt, dass ich einen noch besseren Zugang zu ihr gefunden habe.Gut gelungen ist außerdem die Verbindung zu den Ereignissen aus "Die Chirurgin". Vorkenntnisse aus dem ersten Band sind daher aus meiner Sicht von Vorteil. Trotzdem entwickelt "Der Meister" eine eigene Dynamik und schafft es, die Geschichte konsequent weiterzuführen.Der Schreibstil ist flüssig und das Tempo hoch, ohne dass die Ermittlungen dabei zu kurz kommen. Einige Szenen sind recht drastisch und dürften nicht für jeden etwas sein, passen für mich aber zur insgesamt düsteren Ausrichtung der Reihe.Insgesamt hat mir "Der Meister" sogar noch besser gefallen als der erste Band. Eine spannende und überzeugende Fortsetzung, die meine Neugier auf die weitere Entwicklung von Jane Rizzoli und die nächsten Fälle definitiv geweckt hat.