Nach Band 1 sollte man nicht Band 6 lesen
Ich habe mir mit "Blutmale" ein weiteres Buch aus der Welt von Tess Gerritsen vorgenommen, allerdings mit einem kleinen strategischen Fehler: Nachdem ich den ersten Band gelesen hatte, habe ich leider direkt Band 6 in den Fingern gehabt und es gelesen ohne zu wissen, dass ich die Bände 2 bis 5 komplett ausgelassen habe.Man merkt beim Lesen zwar, dass die Geschichte auch so funktioniert, aber es bleibt ein ungutes Gefühl zurück. Die Charakterentwicklung und die Dynamik zwischen den Figuren fühlen sich dadurch etwas lückenhaft an, da man die gemeinsamen Erfahrungen der Protagonisten aus den dazwischenliegenden Fällen verpasst hat.Besonders die beiden Hauptfiguren Maura Isles und Jane Rizzoli sind das Herzstück der Reihe. Der Kontrast zwischen der kühlen, präzisen und analytischen Rechtsmedizinerin Maura und der impulsiven, direkt und leidenschaftlichen Detective Rizzoli macht eigentlich den Reiz aus. Ihre gegensätzlichen Persönlichkeiten ergänzen sich perfekt, doch gerade weil ich die mittleren Bände übersprungen habe, fehlte mir in "Blutmale" ein wenig die Tiefe ihrer gemeinsamen Geschichte.Insgesamt ist das Buch zwar spannend und teilweise recht brutal geschrieben, konnte mich aber trotzdem nicht vollends überzeugen. Die Handlung ist solide, wenn auch etwas sehr mystisch und an den Haaren herbeigezogen, aber durch den falschen Einstieg in die Reihenfolge fehlte mir der rote Faden im Fall, wie auch in der Beziehung der Charaktere. 2,5 Sterne - ein guter Krimi, aber mit einem leicht frustrierenden Leseerlebnis aufgrund meiner eigenen Reihenfolge.