In Schönbrunn, bzw. dem Jagdschloss Auhof trifft sich die kaiserliche Entourage zur Fasanenjagd. Außer Sisi sind Erzherzog Salvator, seine Gattin Helene, das Bankiersehepaar Balthoff, Sir Laurence, ein englischer Freund und Sportlehrer Sisis, ein steirischer Graf und ein russischer Tenor mit von der Partie, außerdem die Hofdame der Kaiserin und einige Diener. Sisi wird Zeuge eines Angriffs auf Erzherzog Salvator, den dieser jedoch als Querschläger abtut. Er ist am Ohr verletzt. Allerdings findet man ihn am nächsten Morgen tot in einem der Zimmer des Schlosses Schönbrunn. So unbeabsichtigt scheint die Schussverletzung vom Vortag also doch nicht gewesen zu sein.
Der Erzherzog ist kein sympathischer Mensch, er betrügt seine Frau, ist ein Schürzenjäger, nach einem schrecklichen Unfall in einer seiner Kohlegruben interessiert ihn das Schicksal der betroffenen Menschen überhaupt nicht, ihm geht es nur ums Geldverdienen, dabei ist er bereits einer der reichsten Männer Österreichs. Es gibt also einige, die ein Motiv für die Tat hätten.
Sisi mochte den Erzherzog zwar auch nicht, findet aber kriminelle Ermittlungen immer ausgesprochen spannend. Und so mischt sie sich in die Aufklärung, mit der eigentlich Oberst Meinradt betraut ist, ein. Ihr Mann, Kaiser Franz Joseph sieht das überhaupt nicht gerne und versucht, ihr die detektivische Arbeit zu untersagen, aber mit viel weiblicher List vermag Sisi doch, Licht in die Ermittlungen zu bringen.
Ich fand es amüsant, mir Kaiserin Elisabeth als Schnüfflerin und Detektivin in der Hofburg, in Schönbrunn und im Jagdschloss Auhof vorzustellen. Natürlich wirken immer noch die Romy Schneider Filme nach, die aber eine eher heile Welt am Kaiserhof vermittelten. Näher an der Wirklichkeit war da Brigitte Hamann mit ihrer Biografie. Einige ihrer Erkenntnisse sind auch in den Krimi eingeflossen, so z. B. die eigene Turnhalle Sisis im Schloss oder die Probleme der kaiserlichen Familie mit dem Thronfolger und seinem Erzieher Gondrecourt.
Angenehm fand ich, dass das Kaiserpaar als durchaus nahbar geschildert wurde, die vielleicht auch gerne auf das ganze Brimborium um sie herum verzichtet hätten. Elisabeth ist unprätentiös, packt mit an, ist nicht empfindlich und ohne Berührungsängste. Der Umgang mit ihrem Dienstpersonal ist fair und freundlich und so schafft sie es auch, an Informationen zu kommen, die der Polizei vorenthalten worden wären.
Natürlich werden die Morde zum Schluss geklärt, wobei Sisi, was die Bestrafung der Schuldigen angeht, durchaus zu eigenwilligen Entscheidungen kommt. Aber dafür ist sie die Kaiserin und die Handlung spielt lange vor unserer Zeit und es galten noch andere Gesetze.
Ich fand die Idee, Sisi in Mordfällen ermitteln zu lassen, witzig und vielversprechend und habe das Buch mit Vergnügen gelesen.