Nachdem mich das Autorenduo mit Bittere Nacht komplett begeistert hatte, war es absolut klar, dass ich Ein Leben zu viel von Nikolas Kuhl und Stefan Sandrock, erschienen im Rowohlt Verlag, lesen muss. Eines kann ich vorab verraten: Auch der dritte Fall des Ermittlerduos Juha und Lux vom LKA Hamburg hat mir überaus spannende und atmosphärische Lesestunden geschenkt.
Ohne Vorgeplänkel warf mich das Autorenduo in den mysteriösen Mordfall rund um einen Mann, der in einer verlassenen Raststätte fast schon hingerichtet wurde. Nichts ist, wie es zu sein scheint, und schnell wird klar, dass dieser Mann mehr als nur eine Identität hatte.
In diesem Fall bekommen die beiden Hauptkommissare Lux und Juha, die von den Autoren tief und umfassend ausgearbeitet sind, Verstärkung durch eine Kollegin namens Stine, eine Hauptkommissarin aus Verhoeven. Ich mag, dass in dieser Krimireihe alle Charaktere ihre Ecken und Kanten haben; keiner ist glattgebügelt, und dennoch kann ich ihr Tun und Handeln zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen.
Der Spannungsbogen war klug durchdacht und bot einige Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen. Der Schreibstil ist dabei atmosphärisch dicht und bildhaft, sodass ich die Ratlosigkeit der Ermittler, die Gefühlswelt der Hinterbliebenen und deren Zerrissenheit spüren konnte. Die Autoren zogen mich in den Strudel der Ereignisse, weshalb ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Der Weg zur Lösung des Falles war unvorhersehbar und wendungsreich, sodass ich große Freude daran hatte, den drei Ermittlern zu folgen, und es kam zu keinerlei Längen im Storytelling.
Mir hat auch der dritte Fall von Lux und Juha mit 4,5 von 5 Sternen ausgesprochen gut gefallen, und ich hoffe schon jetzt auf Lesenachschub aus der Feder dieses Autorenduos. Allen Krimifans, die gerne miträtseln und ein norddeutsches Setting lieben, kann ich diese Krimireihe nur wärmstens empfehlen. Auch wenn der dritte Band unabhängig gelesen werden kann, fände ich es sehr schade, erst bei diesem einzusteigen. Zwar ist der Quereinstieg möglich, doch man verpasst viel von der Charakterentwicklung von Juha und Lux.