Lässt sich sehr flüssig lesen, die Handlung ist an mancher Stelle aber etwas fragwürdig auch wenn es durchgehend spannend bleibt.
Dies ist mein erster Fall von Nils Trojan, auch wenn ich sagen muss, dass der Kommissar sehr in den Hintergrund rückte und man seinen Charakter in diesem Buch nur schwer greifen konnte. Im Vordergrund steht Carlotta, die recht eigenwillige wenn auch erfolgreiche Methoden in ihrer Ermittlungsarbeit verfolgt. Ich fand sie eine spannende Figur, die sich versucht gänzlich in die Täter hineinzuversetzen und dabei manchmal zu sehr in ihre Rolle fällt. Das führt zu einer bedrückenden Stimmung, die gut rübergebracht wurde. Ihre Vorgehen rückten sehr von den üblichen Methoden ab, was ich soweit auch in Ordnung finde, aber dass ihr z.B. vom Chef erlaubt wird nachts alleine an einem Tatort mitten in einem einsamen Wald zu bleiben, erschließt sich mir nicht ganz. Auch so gab es ein paar wenige Stellen, wo die Handlungen nicht ganz sinnvoll waren, wenn z.B. Nils sich mitten in den Ermittlungen alleine an einen Baum zum schlafen niederlässt... Abgesehen davon waren Carlottas Vorstellungskraft und Art Hinweise zu verbinden jedoch spannend zu verfolgen. Die Taten insgesamt sind grausam, aber durch eine verqueere Art der Gerechtigkeit seitens des Täters verstanden. Mir persönlich kam die Auflösung etwas zu plötzlich, da wir als Leser bin zum Ende ein entscheidendes Detail nicht wussten, um selbst auf die Idee, wer der Serienmörder ist, zukommen. Am Ende wirken die Geschehnisse recht konstruiert, da alles perfekt aufeinander passt. Nichtsdestotrotz hatte ich Spaß beim Lesen, es ist spannend, die Idee ist schaurig und bedrückend und man fliegt geradezu durch die Seiten.