langweilige Sommersinfonie
Nina Bußmann hat versucht, mit diesem Roman in Sommersonnnenkammerspiel vorzulegen, mit dem man sich nur schwer anfreunden kann. Die Geschichte von Elena, die mit ihren Kindern und ihrer Babysitterin Eve in den Urlaub fährt, wird zwar aus zwei Perspektiven erzählt, was normalerweise Spannung erzeugt, in diesem Plot aber nicht so richtig zu funktionieren scheint. Es entwickeln sich zwar langsam die Beziehungen der Frauen zueinander als auch zur Besitzerin der Villa, die mit einer Frau verheiratet ist, die die Arbeitgeberin von Elena ist. Dafür sind die Kinder Elenas sehr speziell, was sich auch behutsam herausschält. Die Freundin der Tochter kommt auch mit, was zu Komplikationen führt. Dann gibt es noch den Hausmeister, der sich um alles kümmert und Reparaturen vornimmt, Als sich endlich ein fragiles Gleichgewicht eingespielt hat, stößt ein Hund und später noch ein Mann mit seiner Tochter dazu. Die Telefonate, die Elena mit ihrem Mann über die ständig wechselnden Vorkommnisse führt, werden immer mehr, sind aber nicht sehr ergiebig. Als aber die drei Mädchen gemeinsam unterwegs sind, kehrt Elenas Tochter nicht zurück, was dem Vater der Kinder nur so en passant mitgeteilt wird. Dieser schafft es nicht, in den Urlaub nachzukommen, was der Ehe zwischen ihm und Elena auch nicht gut tut.Der Mikrokosmos an Spannungen untereinander, die Abhängigkeitsverhältnissse zwischen Eve, die nur drei Wochen bezahlte Ferien möchte, und Elena, die selbstsüchtig das Haus bewohnt, obwohl deren Besitzerin im Sterben liegt und die egoistischen Züge aller Protagonisten, die kaum miteinander kommunizieren können, werden detailgenau, aber nicht sehr empathisch dargestellt. Viele Geschichten bleiben offen, wie zum Beispiel Eves Stalker, woran die Ehe von Elena und Kolja tatsächlich krankt, warum das Wasser im Pool so grün ist und warum die Gefahr eines Brandes in der Region beharrlich negiert bzw aus dem Urlaubsleben gekonnt ausgeblendet wird. Nina Bußmannn hat einen guten Ansatz gehabt, ihn aber zu wenig konsequent verfolgt, sodass leider keine Spannung aufgekommen ist.