Je mehr zeitig in der Stille verbrachte, desto tiefer und komplexer wurde mein Verständnis davon. Ich begann zu begreifen, dass Stille genauso laut wie leise sein kann. Seite 74
INHALT
Dieses Buch verbindet Wissen und Erlebnis in einem Umfang, der mich beeindruckt hat. Die Autorin beschreibt ihre Schwangerschaft und die Veränderung bereits in dieser, aber auch hinterher, im Bezug auf Lärm und Lautstärke. Insbesondere ist das nicht gehört (und gesehen) werden Thema. Ein Buch über Überforderungen in einer lauten (und auch leisen Welt) und über die Macht der Geräusche.
Ich lernte, dass bestimmte Arten von Stille das Leben verändern und dazu führen können, dass unser Gehirn Geräusche anders verarbeitet. Seite 75
EINDRUCK UND FAZIT
Wow was ein Thema! Ich habe mir noch nie so viel Gedanken dazu gemacht, wie ich die Welt höre - oder wie ich auch die Welt manchmal überhöre. Ich fand das Zusammenspiel zwischen eigenen Erfahrungen und Wissenschaftlichen oder gesellschaftlichen Haltungen super spannend (und gut gelungen dargestellt). An einigen Stellen habe ich mich absolut wiedererkannt und Neues dazu gelernt. Insbesondere das Phantomweinen ist mir absolut ein Begriff! Ich höre mein Kind so oft weinen, obwohl es nicht da ist oder nicht weint. Gut, dass ich damit nicht alleine bin. Ich empfand die Zeit des Lesens als besonders still - nachdenkend und innehaltend. Das geht mir mit vielen Büchern so - aber bei diesem Buch noch mal ganz besonders. Ich hab es gern gelesen und empfehle es gern!
Die meisten Menschen sagen, dass der Tag, an dem ihr Kind geboren wurde, zu den glücklichsten Tagen ihres Lebens zählt. Aber in meinem Leben gab es keinen glücklichsten Tag. Ganz und gar nicht. Es war einfach der Tag, an dem alles unglaublich laut wurde. Seite 77