<p data-end="1487" data-start="1182">Altes Land war für mich eine der schönsten Leseüberraschungen der letzten Jahre. Ehrlich gesagt hatte ich den Roman lange links liegen lassen. Ich war überzeugt, das sei eher ein Buch für eine andere Zielgruppe. Auf Empfehlung meiner Mutter habe ich schließlich doch dazu gegriffen - und bin begeistert.<p data-end="1922" data-start="1489">Die eigentliche Geschichte ist gar nicht spektakulär. Es geht um mehrere Frauen, deren Leben sich im Alten Land, vor den Toren Hamburgs, kreuzt. Das allein hätte wahrscheinlich noch keinen Lieblingsroman für mich ergeben. Was dieses Buch aber außergewöhnlich macht, ist Dörte Hansens Sprache. Sie schreibt poetisch, ohne je kitschig zu werden, klar, präzise und mit einer Leichtigkeit, die mich von der ersten Seite an gefesselt hat.<p data-end="2244" data-start="1924">Es gibt Romane, bei denen man vor allem wissen möchte, wie die Handlung ausgeht. Altes Land gehört für mich zu den Büchern, bei denen man vor allem weiterlesen möchte, weil jeder Absatz so gut geschrieben ist. Dazu kommt ein wunderbar trockener, leiser Humor und ein großes Herz für die Figuren, ohne sie zu verklären.<p data-end="2482" data-start="2246">Ich weiß, dass manche dem Roman vorwerfen, er bediene Klischees über das Landleben. Mich hat das überhaupt nicht gestört. Für mich standen die Menschen und die Sprache im Mittelpunkt - und beides ist Dörte Hansen beeindruckend gelungen.<p data-end="2653" data-is-last-node="" data-is-only-node="" data-start="2484">Für mich ist Altes Land bislang das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Und eines, das große Lust darauf macht, auch ihre anderen Romane zu entdecken.<div data-conversation-screenshot-content="">