Die Berichte über die Bibliotheksgestalten & -geschehnisse sind toll. Diese Form auch für die privaten Elemente zu verwenden, nicht. 2,5 ¿
Ich fand den Klappentext so vielversprechend! Kurze Anekdoten aus dem manchmal skurrilen, aber auch irgendwie liebenswürdigen Umfeld einer städtischen Bibliothek versprachen mir eine unterhaltsame Lektüre. Kurz waren die Kapitel auch, aber abgesehen davon blieb der Roman deutlich hinter meinen Erwartungen zurück.Zu Beginn war ich noch ganz optimistisch, weil so manche Berichte wirklich erheiternd, wenn auch absolut skurril waren. Ich habe mir sagen lassen, dass wirklich die absurdesten Dinge in öffentlichen Bibliotheken passieren, was die Berichte umso unterhaltsamer machte.Was ich aber schnell sehr störend fand, waren die Schnipsel aus dem Privatleben der Erzählerin, die ebenfalls als Bericht dargestellt wurden. Miriam erzählt von ihren Eltern, deutet das Schicksal ihres Vaters an und verliebt sich später in Janko. Für mich steht die Berichtform an der Stelle dem Inhalt deutlich entgegen. Bei all den Vorkommnissen in der Bibliothek ist es eine tolle Art, die Vielfalt der Menschen und Geschehnisse abzubilden. Für das Privat- und Innenleben der Protagonistin empfinde ich es als kontraproduktiv, weil ich sie so überhaupt nicht zu greifen bekommen habe. Die Kapitel sind teilweise 3 Sätze lang, da kommt bei mir einfach keine Nähe auf.Das ist umso bedauernswerter, weil mir die Geschichte am Ende wirklich auch kurz das Herz rausgerissen hat - und dann noch völlig unerwartet. Aber der oft lyrische Sprachstil, besonders in den persönlicheren Berichten, konnte mich nicht erreichen und damit das Potenzial dieses Werks nicht ausschöpfen.2,5 ¿¿