Dieses Buch ist definitiv anders. Aber gerade deshalb fand ich es mit kleinen Abzügen grandios!
Franca richtet für die Arbeitskollegen ihres Verlobten ein Dinner aus. Ein Fauxpas mündet im nächsten und irgendwann endet der Abend katastrophal.
Eigentlich passiert in dem Buch gar nicht viel und trotzdem eine ganze Menge. Das mag vielleicht widersprüchlich klingen, ist aber genau so.
Die Grundhandlung ist die Dinnerparty: Francas Vorbereitungen, der Kochvorgang, das Servieren der einzelnen Gänge, die Gespräche mit den Gästen. Parallel dazu, und das ist die weitaus spannendere Story, erzählt Franca in Briefen an Harry, einen Unifreund von damals, was alles bis dahin passiert ist: wie sie ihren Verlobten Andrew kennenlernte, wie ihre Kindheit war, wie sie die Unizeit mit Harry wahrgenommen hat und und und.
Zusätzlich gibt es Passagen, die Franca beim Besuch einer Psychologin zeigen. Mit ihr arbeitet sie den besagten Abend auf.
Es gibt definitiv einige triggernde Themen, denn Francas Leben ist nicht eitel Sonnenschein. Teilweise handelt es sich um echt schwere Kost. Vieles wird auch nur angedeutet und nicht wirklich benannt. Klar ist aber: diese junge Frau hat(te) es nicht leicht.
Die vorwiegende Stimmung ist bedrückend. Das Buch ist nicht fröhlich, aber es ist tiefgründig und es hallt definitiv nach.
Besonders gelungen fand ich die Auflösung rund um Harry. Damit habe ich so nicht gerechnet.
Die Charaktere fand ich gut dargestellt. Jeder trägt irgendwie zur Geschichte bei und macht sie am Ende zu einem großen Ganzen - sehr gelungen!
Als Kritik möchte ich das Katzen-Thema anbringen. Ich habe nicht verstanden, wozu es diese Gedanken bezüglich der Katze brauchte. Das hat sich mir nicht erschlossen und fand ich unschön.
Alles in allem ein gutes Buch. Ich kann aber auch verstehen, wenn manche es nicht gut finden. Für mich war es besonders und genau deshalb wird es mir in Erinnerung bleiben. 4,5 Sterne gibts von mir!