Das Buch wird aus der Perspektive der Protagonistin erzählt, aber in einer interessanten Mischung aus Gesprächen mit ihrer Therapeutin, Erinnerungen an die Dinner Party und therapeutischen Briefen an Harry, eine alte Studienbekanntschaft. Man erfährt die Familien- und Lebensgeschichte von Franca und erlebt ihre Einsamkeit, ihre Selbstaufgabe in der Beziehung mit Andrew sowie ihre Anpassung an den bequemen Lebensstil der Reichen, aber auch sein unreflektiertes, übergriffiges Verhalten. Mir hat sehr gut gefallen, wie sie sich ihre Erinnerung an die Dinner Party langsam zurückholt und dessen Ablauf geschildert wird. Ein Höhepunkt war für mich, wie sie als Vegetarierin ein Fleischgericht für die Gäste zubereitet, darin zeigt sich so symptomatisch, wie sie sich bis zur Selbstaufgabe in diese Rolle der repräsentativen Partnerin verloren hatte. Lange erfährt der Leser nicht, was auf dieser Party mit dem Messer passiert ist, so ist die Geschichte zugleich spannend und psychologisch dicht. Die Autorin spielt mit der Wahrnehmung des Lesers und dem, was man meint zu verstehen oder so sieht, wie man es sehen will. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, ich empfehle ihn gerne weiter.