Frauke heiratet den norddeutschen Landwirt Friedrich Bolten, der den großen Traum hat, sich eine Farm im australischen Outback aufzubauen. Gemeinsam mit ihren Kindern wagt sie den Schritt ans andere Ende der Welt. Doch statt eines einfachen Neuanfangs erwartet sie in Kununurra ein entbehrungsreiches Leben. Die kleine, abgelegene Gemeinde bietet kaum Einkaufsmöglichkeiten, Lebensmittel sind durch die langen Transportwege oft schon verdorben und selbst Mehl ist voller Käfer. Frauke muss lernen, mit den schwierigen Bedingungen zurechtzukommen. Umso schöner fand ich, dass die Nachbarn ihr immer wieder hilfreich zur Seite stehen. Nach mehreren Missernten und großen finanziellen Problemen folgt schließlich der schwerste Schicksalsschlag. Nach Friedrichs Tod steht Frauke plötzlich allein mit ihren Kindern da und muss entscheiden, ob sie den Traum ihres Mannes weiterlebt oder aufgibt.
Beeindruckt hat mich, dass sie trotz aller Umstände ihren eigenen Weg gegangen ist.
Die Schilderungen des Lebens im Outback sind anschaulich. Die rote, trockene Erde, deren Staub bis ins Haus dringt, die faszinierende Tierwelt mit Schlangen und Krokodilen und die Abgeschiedenheit der Region konnte ich mir beim Lesen sehr gut vorstellen. Dadurch entstand das Gefühl, Frauke ein Stück auf ihrem außergewöhnlichen Lebensweg zu begleiten.
Mich hat vor allem ihre innere Stärke beeindruckt. Trotz zahlreicher Rückschläge verliert sie ihren Optimismus nicht und baut sich schließlich mit viel Fleiß und Durchhaltevermögen ein erfolgreiches Geschäft mit Diamanten auf. Gerade weil es sich um ihre eigene Lebensgeschichte handelt, haben viele Erlebnisse auf mich besonders authentisch und bewegend gewirkt.
Spannend fand ich außerdem zu erfahren, dass 1997 die Dokumentation "Terra Australis Zwischen Zuckerrohr und Diamanten" in Deutschland ausgestrahlt wurde und damals rund zwei Millionen Menschen ihre Geschichte verfolgten. Das zeigt, wie außergewöhnlich ihr Lebensweg ist.
Fazit:
"Diamanten im Staub" ist eine eindrucksvolle Autobiografie über Mut, Durchhaltevermögen und den festen Glauben daran, auch nach den schwersten Rückschlägen wieder nach vorne blicken zu können.