Das Theologische und das Politische sind zwei Größen, deren Zusammenhang Andreas Holzbauer neu thematisiert. Mithilfe von postmoderner Theoriebildung rekonstruiert er durch die Analyse der Werke von Hirsch, Gogarten und Elert dabei jeweils eine Hermeneutik, die die Totalität des Nationalen durch imaginäre Größen begründete.
The renaissance of the nation and the current increased need for individual and social identity are two closely connected topics which require discussion in a theological debate as well, since they show the necessity of rethinking the connection between theology and the political. With the help of postmodern theories (Lyotard, Deleuze, Anderson, Taylor), Andreas Holzbauer reconstructs the political essence of the theories of Hirsch, Gogarten and Elert as a concurrence of the creation of national and individual identity. He shows that their aim of legitimizing the totality of the political can only be reached by using imaginary terms. These can be used to describe the imaginative constitution of the nation which refers to the totality and the ambivalence of the imaginary, which also needs to be discussed in regard to its theological relevance. Die Renaissance des Nationalen und das gegenwärtig verstärkt empfundene Bedürfnis nach individueller und gesellschaftlicher Identitätskonstitution sind zwei eng zusammenhängende Themenkomplexe, die auch in der aktuellen theologischen Debatte zu thematisieren sind. Denn sie zeigen die Notwendigkeit für ein Nachdenken über den Zusammenhang von Theologie und dem Politischen. Mithilfe postmoderner Theorien (Lyotard, Deleuze, Anderson, Taylor) kann Andreas Holzbauer das Politische der Theologien von Hirsch, Gogarten und Elert auf neue Weise, nämlich als ein Zugleich von individueller und nationaler Identitätssetzung, beschreiben. Er zeigt, dass das angestrebte Ziel, die Totalität des Politischen zu legitimieren, nur mithilfe von imaginären Größen geschehen konnte. Damit kann die imaginative Verfasstheit des Nationalen beschrieben werden, die auf die Totalität und Ambivalenz des Imaginären verweist, welche auch auf ihre theologische Relevanz zu diskutieren wäre.