Neusprachliche Lehrer des höheren Schulwesens: eine transnationale Kultur- und Bildungsgeschichte im deutschen Kaiserreich.
Im Zuge der fachlichen Binnendifferenzierung des höheren Lehramts trat im 19. Jahrhundert ein neuer Typus des Fremdsprachenlehrers auf den Plan: der Neuphilologe. Am Beispiel Sachsens rekonstruiert Martin Reimer seine Entstehung und Professionalisierung aus bildungshistorischer Perspektive. Neben dem Studium und der berufsständischen Vergemeinschaftung fokussiert er auf die internationale Dimension des neuphilologischen Professionalisierungsstrebens, so z. B. auf grenzüberschreitende Bildungsbiografien, Netzwerke ins französisch- und englischsprachige Ausland sowie die Rolle als kultureller Mittler im höheren Schulwesen und in der Gesellschaft und schafft so Einblicke in die transnationale Kultur- und Bildungsgeschichte des deutschen Kaiserreichs.