Was meint die christliche Theologie, wenn sie vom Handeln Gottes spricht? Matthias Ruf bietet eine Typologie zentraler Deutungen und zeigt nicht nur, dass nichtwörtliche Verständnisweisen linguistisch problematisch sind, sondern auch, dass wörtliche de facto von Schlüsselentwürfen veranschlagt werden und plausibler sind als oft unterstellt.
What does Christian theology mean when it speaks of God's action? Matthias Ruf offers a typology of significant interpretations of this central topos of the talk of God. He shows that nonliteral interpretations are linguistically problematic and literal ones are not only de facto assumed by many key theologians but are also more plausible than often assumed. Wird die Rede vom Handeln Gottes untersucht, sind linguistische Problemkomplexe ein gleichermaßen faszinierendes wie vernachlässigtes Schlüsselthema. Matthias Ruf zeigt in der vorliegenden Studie, dass sich erst mit Rücksicht darauf zentrale Interpretationen der Rede vom Handeln Gottes in treffenden Modellen zusammenfassen und an entscheidender Stelle vergleichen lassen. Außerdem macht er von linguistischen Untersuchungen aus deutlich, warum "nichtwörtliche" Verständnisweisen oft kaum leistungsfähig sind und entgegen üblichen Klassifizierungen von einigen wichtigen theologischen Entwürfen de facto nicht beansprucht werden. Wörtliche Verständnisweisen der Rede vom Handeln Gottes lassen sich demgegenüber auch unter Bezug auf Grundfragen der Gotteslehre, der Geschichtshermeneutik und der Handlungstheorie plausibilisieren. Sie gehören, so legt sich insgesamt nahe, ins Zentrum theologischer Untersuchungen der Rede von Gott.
Inhaltsverzeichnis
I. Auswertung zeitgenössischer Modellschemata der Debatte um ein Handeln Gottes
II. Konstruktion eines alternativen Modellschemas
III. Sprachwissenschaftliche Auswertung des Modellschemas
IV. Fundamentaltheologische Auswertung des " Handlungsmodells"
V. Rückblick und Gewichtung der Argumentationsstränge