Was ist Vergebung? Wie lässt sich Vergebung von Entschuldigen, Verzeihen oder Versöhnung unterscheiden? Was ist vom Ideal 'bedingungsloser' Vergebung zu halten? Darf Gott vergeben, was Menschen einander antun? Karin Scheiber entfaltet ein zusammenhängendes Verständnis göttlicher und zwischenmenschlicher Vergebung, das auf diese und weitere Fragen eine klare Antwort gibt.
What is forgiveness? Is God entitled to forgive the injuries a person inflicts upon another human being? Can God forgive at all? What does it mean to say that God forgives sins? Is human repentance a prerequisite for God's forgiveness? What is the church's role concerning the forgiving of sins? Does contemporary moral theory offer a morally viable account of human forgiveness? Which are the constitutive conditions of forgiveness? Is 'unconditional forgiveness' a tenable ideal of Christian forgiveness? How is forgiveness to be distinguished from related concepts such as reconciliation, condonation, or excuse? Are we morally obliged to grant forgiveness if asked? What is the relation between divine and human forgiveness? In critically dealing with these and further questions Karin Scheiber develops an analytically coherent and novel account of divine and human forgiveness. Was ist Vergebung? Karin Scheiber entwickelt eine Vergebungskonzeption, welche die göttliche wie die zwischenmenschliche Vergebung im Blick behält und das kritische Gespräch mit theologischen und philosophischen Vergebungsauffassungen sucht. In einem ersten Durchgang wird die göttliche Vergebung untersucht. Darf Gott vergeben, was Menschen einander antun? Kann Gott überhaupt vergeben? Was ist das Spezifische an der göttlichen Vergebung als Sünden vergebung? Ist die menschliche Umkehr und Reue eine Vorbedingung von Gottes Vergebung? Welchen Auftrag und welche Aufgabe hat die Kirche bei der Sündenvergebung? Der zweite Teil des Buches ist der zwischenmenschlichen Vergebung gewidmet. In den klassischen Moraltheorien findet Vergebung kaum Beachtung. Es handelt sich dabei nicht um eine zufällige Unterlassung, sondern ergibt sich aus den Grundannahmen der jeweiligen Moraltheorien. Eine eigene moraltheoretische Skizze, welche beim Begriff der moralischen Kommunikation und der moralischen Verletzung ansetzt, gibt den Rahmen für die weitere Beschäftigung mit der Vergebung ab. In Auseinandersetzung mit sprechaktanalytischen Einsichten werden die konstitutiven Bedingungen von Vergebung herausgearbeitet und das Schlagwort der 'bedingungslosen Vergebung' einer kritischen Prüfung unterzogen. Der dritte Teil bezieht die Ergebnisse der Untersuchung zwischenmenschlicher Vergebung auf die Vorstellung göttlicher Vergebung zurück und fragt nach dem Zusammenhang zwischen beiden.
Dieses Buch wurde mit dem "Jahrespreis der Universität Zürich" und dem "John Templeton Award for Theological Promise" 2007 ausgezeichnet.