Stephan R. Jütte zeigt in Auseinandersetzung mit Jürgen Habermas, dass
wie
man glaubt, entscheidend davon abhängt,
was
man glaubt - und mehr noch:
anwen
man glaubt und
inwem
man zu glauben glaubt.
Jürgen Habermas, der "Meisterdenker des deutschen Sprachraums", ist in den letzten zehn Jahren unter den Kritikern der Säkularisierungsthese zu einer vielzitierten Stimme avanciert. An seine Rede von der bleibenden Relevanz "jüdisch-christlicher Überlieferung", der "rettenden Aneignung religiöser Gehalte" und schließlich vom Aufruf zu einem kooperativen Übersetzungsprojekt innerhalb der "postsäkularen Gesellschaft" haben theologisch-politische Sonntagsreden und theologisch-wissenschaftliche Auseinandersetzungen gleichermaßen selbstversichernd anzuknüpfen versucht. Stephan R. Jütte will dagegen das bleibend Irritierende dieser Verhältnisbestimmung zwischen Religion und Gesellschaft wahrnehmen und als Ausgangspunkt einer theologischen Selbstreflexion auf den inneren Zusammenhang von Glaubensgrund, Glaubensinhalt und Glaubensweise einspielen.