Spannender Raubkunst-Fall, aber zu verschachtelt und teils unübersichtlich. Überraschendes Ende rettet den Krimi.
Im vierten Band rund um Albin Leclerc steht das Thema Raubkunst im Mittelpunkt - ein grundsätzlich hochinteressanter und historisch wie moralisch aufgeladener Stoff, der eigentlich viel Potenzial für einen fesselnden Kriminalfall bietet. Auch der Einstieg gelingt gut, und die Grundidee verspricht erneut einen spannenden Provence-Krimi mit Tiefgang und überraschender Auflösung.Doch diesmal war die Umsetzung für mich nicht ganz so rund wie in den vorherigen Teilen. Die Handlung wirkt stellenweise sehr verschachtelt, fast überladen. Es wird häufig zwischen Figuren, Zeitpunkten und Ermittlungsansätzen gewechselt, ohne dass immer klar erkennbar ist, wer gerade genau woran arbeitet oder welche Spur wirklich relevant ist. Dadurch verliert die Geschichte zwischendurch etwas an Klarheit und Struktur.Gerade im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass der rote Faden etwas verloren geht. Man muss sich stark konzentrieren, um alle Zusammenhänge richtig einzuordnen, was den Lesefluss teilweise bremst. Einige Entwicklungen wirken dadurch eher verwirrend als spannend, obwohl die Grundidee eigentlich sehr stark ist.Trotz dieser Kritikpunkte bleibt der Krimi insgesamt solide und unterhaltsam. Besonders die Auflösung am Ende konnte mich überraschen - sie ist gut durchdacht und fügt viele zuvor unklare Elemente sinnvoll zusammen. Dieser Moment sorgt dann auch dafür, dass man die zuvor entstandene Verwirrung teilweise wieder einordnet und das Gesamtbild klarer wird.Insgesamt ein spannender, aber anspruchsvoller Fall von Albin Leclerc, der mich diesmal nicht vollständig überzeugen konnte. Die Idee mit der Raubkunst ist stark, die Umsetzung jedoch etwas zu komplex und unübersichtlich geraten. Deshalb für mich solide vier Sterne.