Atmosphärischer Provence-Krimi mit viel Dorfleben, gutem Fall, Kulinarik, Humor und entspanntem Frankreich-Flair.
Mit Provinzialische Verwicklung habe ich meinen zweiten Provence-Krimi gelesen - und wurde erneut bestens unterhalten. Wer Frankreich liebt, insbesondere die Provence mit ihren Dörfern, Märkten und Eigenheiten, kommt hier voll auf seine Kosten.Der Kriminalfall ist durchaus spannend: Drei Leichen, viele Fragen und ein Ermittlungsverlauf, der nicht nur geradlinig ist, sondern Raum für interessante Theorien lässt. Die Ermittlungen entwickeln sich ruhig, fast philosophisch, und passen damit perfekt zum provinziellen Setting. Es geht weniger um Tempo als um Atmosphäre, Beobachtung und das Zusammenspiel der Dorfgemeinschaft.Besonders charmant ist der Kommissar selbst: menschlich, manchmal etwas unbeholfen - vor allem in der Küche, was umso amüsanter ist, da Essen und Kochen dennoch eine große Rolle spielen. Kulinarik zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte und verstärkt das südfranzösische Lebensgefühl. Viel Dorf, viel Alltagsbeobachtung, ein bisschen Quatsch zwischendurch - genau das macht den Reiz aus.Auf knapp 300 Seiten bietet das Buch eine angenehme Mischung aus Krimi, Provence-Flair und leichter, netter Unterhaltung. Kein düsterer Hochspannungsthriller, sondern ein Kriminalroman zum Eintauchen, Abschalten und Genießen.Fazit: Provence pur, sympathische Figuren, ein solider Kriminalfall und viel französisches Lebensgefühl - ideal für alle, die Krimis mit Atmosphäre mögen.