Vom ersten Satz an hat mich Felipe - der Ich-Erzähler dieser Geschichte - mit seiner lebendigen, unterhaltsamen und durchaus selbstironischen Ausdrucksweise eingefangen. Obwohl die Situationen, die er z.B. von seiner Schule schildert furchtbar sind und mich betroffen machen, lässt Felipe es nicht zu, dass ich während des Lesens trübsinnig werde. Es klingt falsch zu sagen, dass das Buch witzig geschrieben ist, da Felipes "Dämonen" eine mindestens so große Rolle spielen, wie die sich langsam entwickelnde süße Romanze zwischen den beiden Jungen, aber das ist, was ich gefühlt habe.Ich sehe hier den "inneren" Felipe. Seine Gedanken und Überlegungen zeigen einen jungen Mann voller Selbstzweifel, der einen wachen Verstand hat und in der Lage ist, seine Gefühle zu reflektieren, wenn er einen entsprechenden Schubs in die richtige Richtung bekommt. Wenn ich mir die Bilder hervorrufe, die den äußeren Felipe zeigen, wie er agiert und was er sagt, dann zeigt sich ein Bild, dass ihm erstmal nicht gerecht wird. Zu Glück ist Caio gut darin, mehr vom inneren Felipe nach außen zu locken. Caio ist ein freundlicher liebenswerter Kerl (ein anderes Bild von ihm ist eigentlich eh nicht möglich, da ich ihn ja nur durch Felipes Augen sehen kann), dem es gut gelingt, sein eigenes Päckchen zu verstecken.Sehr sympathisch sind mir auch Felipes Mutter und Caios Freundinnen. Der Aufbau der Geschichte und der Umgang mit den Problemen zeigt immer in eine positive Richtung.Ich habe "Fünfzehn Tage sind für immer" mit großem Vergnügen gelesen, mich sehr gut unterhalten gefühlt und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.