Lionel und David lernen sich in einer Bar kennen. Im Sommer ziehen sie gemeinsam durch New England, um Volkslieder zu sammeln. Danach bricht der Kontakt unvermittelt ab und für Lionel bleibt David die Liebe seines Lebens. Jahrzehnte später erinnert er sich mithilfe der Wachszylinder noch einmal an diesen Sommer.Es fing so wunderbar an. Die Geschichte von Lionel und David hat mich wirklich berührt und ich hätte sehr gerne noch viel mehr von ihrer Reise gelesen. Vor allem hätte mich interessiert, wie Lionel mit der Erinnerung an David über die Jahre umgeht.Leider wechselt im zweiten Teil die Perspektive zu Annie, die die Wachszylinder findet, auf denen David und Lionel ihre Volkslieder gesammelt haben.Für mich ging da der Vibe komplett verloren. Der Fokus verschiebt sich ziemlich stark auf Annie und die Geschichte von Lionel und David rückt dabei immer mehr in den Hintergrund. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und kam danach leider gar nicht mehr richtig in die Geschichte. Irgendwann habe ich deshalb nur noch die Passagen gelesen, in denen es nicht um Annie ging.Sprachlich fand ich das Buch dagegen grandios. Mit wenigen Worten wird unglaublich viel erzählt und Gefühl vermittelt, was ich wirklich selten erlebe. Auch die Beschreibung der Reise durch den Sommer hat bei mir Bilder im Kopf entstehen lassen, fast wie in einem Film. Dafür gibt es von mir wirklich große Anerkennung.Ich bleibe deshalb mit gemischten Gefühlen zurück. Der erste Teil hat mich sehr berührt und sprachlich fand ich das Buch großartig. Der Wechsel zu Annie hat mir allerdings den Zugang zur Geschichte genommen. Trotzdem würde ich es aufgrund der besonderen Sprache und des ersten Teils durchaus empfehlen.