Esther lebt in der Wesermarsch und ist dort Hebamme. Das Jahr 1981 macht es ihr nicht ganz einfach, denn sie strebt weiterhin moderne Geburtshilfe an, ist Verfechterin von frühem Bonding mit dem Baby und stellt das Wohl der Mütter und Kinder immer an erster Stelle. Doch mit diesen "neumodischen" Ideen macht sie sich nicht nur Freunde. Die Hebammen-Praxis, die sie mit einer weiteren Hebamme betreibt, steht vor dem Aus und Esther muss sich entscheiden, wie es für sie weitergehen soll - privat und beruflich. Der erste Band der Hebammen-Dilogie hat mich vor Kurzem sehr begeistert und daher hatte ich mich extrem auf den Abschluss der Reihe gefreut. Tatsächlich hat mir dieser genauso gut gefallen. Regine Kölpin gelingt es spielerisch die Hebammen-Thematik mit dem Zeitgeist der 80er Jahre zu verbinden. Man erfährt, was damals politisch los war, womit Esther als Hebamme zu kämpfen hatte und natürlich auch, ob und wie es mit ihrem privaten Liebesglück weitergeht. Der Schreibstil ist toll. Man kann ganz leicht in die damalige Zeit eintauchen und ich mochte es sehr, dass dieses Mal viele verschiedene Frauen und ihre "Schicksale" eine Rolle spielen. So habe ich ein noch besseres Bild erhalten, womit Frauen damals zu kämpfen hatten. Esther ist und bleibt dabei eine Sympathieträgerin und ich finde es toll, dass Hebammen damals für uns Mütter gekämpft haben und dadurch den Weg für eine schönere Geburtshilfe geebnet haben. Fazit: Ich habe beide Romane der Dilogie geliebt und sehr genossen, wie gekonnt die Autorin die Hebammen-Thematik mit dem zeitlichen Setting in den 80er Jahren kombiniert hat. Daher empfehle ich die Geschichte uneingeschränkt.