Mit dem zweiten Band ihrer Hebammen-Saga beweist Regine Kölpin einmal mehr ihre literarische Brillanz. Das Cover fügt sich dabei absolut harmonisch in die Story ein - es fängt den nostalgischen Geist der Epoche perfekt ein und spiegelt die feinsinnige Atmosphäre des Romans wider, noch bevor man die erste Seite aufgeschlagen hat. Wir reisen zurück in die Wesermarsch des Jahres 1981. In der frisch gegründeten Hebammenpraxis von Esther und Luise laufen die Fäden des Lebens auf dramatische Weise zusammen. Tag für Tag werden die beiden mutigen Frauen mit tief bewegenden Schicksalen konfrontiert: Da ist eine junge Friedensaktivistin, die an der Ungewissheit über die Identität des Kindsvaters fast zerbricht. Eine verängstigte Mutter bangt in tiefer Sorge um das Überleben ihres Neugeborenen, während an anderer Stelle ein verzweifelter Mann mit allen Mitteln um sein uneheliches Kind kämpft. Inmitten dieser emotionalen Zerreißproben spenden Esther und Luise unermüdlich Trost, Mut und Zuversicht. Doch dann zieht ein Sturm auf, der ihre eigene Existenz bedroht. Plötzlich steht für die Hebammen alles auf dem Spiel, und Esther muss eine folgenschwere Entscheidung treffen - eine Entscheidung, bei der niemand weiß, ob sie die richtige ist. Regine Kölpins Schreibstil hat einen fantastischen und extrem hohen Wiedererkennungswert. Er ist herrlich lebendig, bunt und so bildhaft, dass man die Nordseeluft förmlich riechen kann. Im absoluten Fokus dieser Geschichte stehen die tiefen Emotionen, die packenden Aufregungen und die fesselnden Verwicklungen der damaligen Zeit. Die Autorin versteht es meisterhaft, das Zeitgeschehen der frühen 80er-Jahre mit den persönlichen, oft dramatischen Kämpfen ihrer Figuren zu verweben. Jedes Schicksal geht direkt ans Herz. Die Mischung aus historischer Authentizität, gesellschaftlichen Umbrüchen und purem Gefühl sorgt für eine dramatische Spannung, die einen das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Dieser Roman ist ein grandioser, feinfühliger und mitreißender Roman, der den Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitnimmt. Regine Kölpin schafft es, die Schicksale ihrer Charaktere so lebendig und farbenfroh zu zeichnen, dass man bis zur letzten Seite mitfiebert, mitweint und mithofft. Vielen Dank, liebe Regine.