Nelson Mandela

'Beck Reihe'. 2. , durchgesehene und aktualisierte Auflage. mit 7 Abbildungen und 1 Karte.
Taschenbuch
"Afrikas Lichtgestalt" wurde Nelson Mandela genannt, das Time-Magazine kürte ihn zu einem der zwanzig wichtigsten Politiker des 20. Jahrhunderts, 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. Stephan Bierling portraitiert den Politiker und Revolutionär, ab … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Nelson Mandela
Autor/en: Stephan Bierling

ISBN: 3406721168
EAN: 9783406721168
'Beck Reihe'.
2. , durchgesehene und aktualisierte Auflage.
mit 7 Abbildungen und 1 Karte.
Beck C. H.

15. Februar 2018 - kartoniert - 128 Seiten

Beschreibung

"Afrikas Lichtgestalt" wurde Nelson Mandela genannt, das Time-Magazine kürte ihn zu einem der zwanzig wichtigsten Politiker des 20. Jahrhunderts, 1993 erhielt er den Friedensnobelpreis. Stephan Bierling portraitiert den Politiker und Revolutionär, aber auch den Menschen aus Fleisch und Blut, der heute fast ganz von seinem eigenen Mythos verstellt wird. Er schildert kenntnisreich und sensibel, was Mandela antrieb und was er bewirkte, wie er die langen Jahre der Haft ungebeugt bewältigte und schließlich zur moralischen Instanz eines ganzen Zeitalters wurde.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Der Junge vom Land
Als Schwarzer im Land der Weißen
Zögling der Missionsschulen und politisches Erwachen

2. Politische Lehrjahre
Einstieg in die Politik und Heirat
Der Apartheid-Staat
Die Jugendliga als treibende Kraft des Widerstands

3. Der Freiheitskämpfer
Hinwendung zur Gewalt
Die Freiheits-Charta
Von Evelyn zu Winnie

4. Der Weg in den Untergrund
Der Hochverrats-Prozess
Der PAC und das Sharpeville-Massaker
Ein Wesen der Nacht
Speer der Nation

5. Der Rivonia-Prozess 65Gefangennahme
Der Prozess
I am prepared to die

6. Häftling Nr. 466 /64
Mandelas Wandlung
Revolten

7. Der Verhandler
Auf dem Weg zur Unregierbarkeit
Endspiele
Durchbruch

8. Der Präsident
Herausforderungen
Politik der Versöhnung

9. Vermächtnis

Kommentierte Auswahlbibliografie
Bildnachweis
Zeittafel
Personenregister

Portrait

Stephan Bierling ist Professor für Internationale Beziehungen an der Universität Regensburg. Bei C.H.Beck erscheint von ihm ebenfalls im Frühjahr: Nelson Mandela. Rebell, Häftling, Präsident (2018).

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 20.02.2018

Ikone der Menschheit
Nelson Mandela ohne Heiligenschein - Porträt und Geschichte

Ohne Nelson Mandela wäre die Geschichte Südafrikas anders verlaufen - vermutlich hätte sich die weiße Minderheitsregierung einige Jahre länger mit ihrer Politik der Unterdrückung und Rassendiskriminierung gehalten, wäre dann aber in einem Bürgerkrieg geendet. Wie wohl nur wenige Menschen hat Mandela die Geschicke seines Landes eigenhändig verändert, überwiegend zum Besseren. Wie kaum ein anderer Mensch wurde der Rebell und erste Präsident eines freien Südafrika zur Ikone - wohl niemand anderes wird weiter in aller Welt so verehrt.

Der Regensburger Politikwissenschaftler Stephan Bierling hat, rechtzeitig vor dem hundertsten Geburtstag am 18. Juli, eine Biographie vorgelegt, die die eindrucksvolle Autobiographie Mandelas erweitert und deren Aussagen verschiebt: Sie bettet das Leben des Häuptlingssohnes aus dem Ostkap geschickt ein in die politische Geschichte Südafrikas; und sie fegt bei aller Bewunderung für die Ausnahmegestalt den Heiligenschein der meisten bisherigen Biographien, verfasst von Weggefährten und Helfern, weg. Dabei half Bierling, dass in den vergangenen Jahren nicht nur zahlreiche Augenzeugenberichte "aus dem Inneren" erschienen, sondern auch viele Dokumente zugänglich wurden, die Originaltexte später vom Afrikanischen Nationalkongress (ANC) beschönigter Aufzeichnungen und Reden enthalten.

Sichtbar wird ein einsamer Mensch, den sein großes Ziel leitete, schwarzen Südafrikanern Würde, Freiheit und politische Teilhabe zu ermöglichen. Dafür nahm er 27 Jahre Haft auf sich, aus denen er geläutert hervorging, der große Versöhner, als der er auch von weißen Südafrikanern geliebt wird. Dass er manche Umwege ging, um sein Ziel zu erreichen - von ihm angestoßene Sabotageakte, politische Gewalt, ein enges Bündnis mit den Kommunisten, in deren innerem Zirkel er zeitweise saß -, schildert das Buch unaufgeregt, präzise, mit zahllosen Dokumenten belegt - und gut lesbar.

Mandela fügte sich loyal ein in die Befreiungsbewegung ANC, deren unangreifbarer Präsident er erst 1991 wurde, die er aber als charismatische Führungsfigur schon Jahrzehnte zuvor geprägt hatte. Wenn es darauf ankam - bei der Entscheidung für den bewaffneten Widerstand, bei der Aufnahme geheimer Verhandlungen mit der Regierung, beim Plädoyer für Versöhnung und für Minderheitenrechte -, stimmte er sich, stets gut vorbereitet, nur mit ganz wenigen oder niemandem ab. Den Weg zum Frieden und Rechtsstaat konnte er bei den wilden Jungen deshalb überzeugt durchsetzen, weil er auch im Untergrund allen voranging.

Opfer hat Nelson Mandela viele gebracht, nicht nur in seinen Haftjahren, in denen er es rasch schaffte, seine Wärter durch seinen Charme, seine Zugewandtheit zu deren Sprache und Denkweise zu überlisten und die Machtverhältnisse im Kerker und später bei den weißen Machthabern umzudrehen. Opfer brachte er auch im persönlichen Leben. Die Seiten, in denen Bierling schildert, wie sich die in sich gespaltene Familie und sein früherer Anwalt nach Mandelas Tod 2013 um sein Erbe zerfleischen und sein Bild und seinen Namen missbrauchen, sind tieftraurig. Würdig blieb allein seine dritte Ehefrau Graça Machel. Die Nachkommen nutzten aus, dass Mandela einstigen Freunden oder Verbündeten gegenüber loyal blieb, auch wenn sie vom Wege abkamen wie seine zweite Frau Winnie oder ihre Völker unterdrückten wie die Machthaber in China, der Sowjetunion, Libyen, Kuba. Kritik äußerte er da entweder gar nicht oder wie beim zimbabwischen Diktator Robert Mugabe spät.

Immer wieder schildert Bierling das regionale, politische und wirtschaftliche Umfeld, in dem Nelson Mandela jeweils wirkte - vom Goldbergbau über die Apartheidstrukturen bis zur Weltpolitik. Er stützt sich fast nur auf südafrikanische und angloamerikanische Quellen, kaum auf deutschsprachige. Die Einflüsse deutscher politischer Stiftungen und des Bundesverfassungsgerichts in den Jahren des Umbruchs werden ebenso übersehen wie die Besuche Mandelas in Bonn und Berlin. Beim Föderalismus, bei den Grundrechten und vor allem beim Verfassungsgericht, das auch in den letzten Monaten Missbräuche und Fehlentwicklungen seines Erbes eindämmen konnte, gab es nachhaltige Einflüsse. Das gilt ebenso bei der Integration von Armee und den Kämpfern des ANC, beim Wirtschaftsprogramm und bei der Einbindung der Inkatha-Bewegung unmittelbar vor der Wahl 1994, was statt eines dräuenden Bürgerkriegs dann einige Jahre des Regenbogengefühls brachte.

Bierling zeichnet die Gespaltenheit des Wesens Mandelas, der in der Bevölkerung liebevoll "Madiba" (sein Stammesname) oder "Tata" (Vater) genannt wurde. Er war persönlich (relativ) bescheiden - bis zuletzt beharrte er darauf, auch im Hotel sein Bett selbst zu richten. Kaum jemand konnte seinem Humor und seiner Selbstironie widerstehen - so war er außer ihrem Ehemann der Einzige, der die britische Königin mit ihrem Vornamen Elisabeth anredete und sie zu einem Spontantanz bewegte. Sein Pragmatismus und sein taktisches Gespür verdrängten meist seine ideologischen Grundüberzeugungen. Mandela, so sein Vorgänger "FW" de Klerk, habe die unfehlbare Fähigkeit der richtigen Geste zum richtigen Zeitpunkt besessen.

Wenn er aber seine Ziele gefährdet sah oder sich verletzt fühlte, wechselte er in eine Eiseskälte, die er in entscheidenden Momenten auch bei den Verfassungsverhandlungen nutzte - er schwankte zwischen strahlendem Lachen, mit dem er jeden zu betören wusste, und einer gebieterischen Ausstrahlung fast übergangslos zur Starre. Der vermutlich nächste Präsident Südafrikas, Cyril Ramaphosa, sagt, Mandela konnte "sehr brutal auf sehr ruhige Art" sein. Für einen Stammesherrscher, als der Nelson Rolihlahla Mandela sich zeitlebens fühlte, gehörte es sich nicht, Emotionen zu zeigen.

ROBERT VON LUCIUS

Stephan Bierling: Nelson Mandela. Rebell, Häftling, Präsident.

C. H. Beck Verlag, München 2018. 432 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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