Zähes Eifersuchtsdrama, endlose Gesprächswiederholungen und ein viel zu kurzes Finale. Für Fans von Warner ok, inhaltlich aber schwach
Nach dem vielversprechenden Auftakt der Reihe habe ich mich sehr auf Ignite Me gefreut - nicht zuletzt wegen des unfassbaren Hypes in der Bookish-Community rund um Tahereh Mafis Dystopie. Leider muss ich nach dem Beenden sagen: Für mich konnte dieses Buch dem Hype absolut nicht gerecht werden.Der Einstieg gelang zwar schnell, doch die Ernüchterung folgte auf dem Fuß. Ein Großteil der Handlung fühlt sich an wie eine permanente Ehrenrunde. Anstatt dass die Handlung rund um das Reestablishment und die Rebellion vorangetrieben wird, verstrickt sich das Buch in endlosen, zähen Beziehungsdiskussionen. Die Gespräche zwischen Juliette, Adam und Kenji wiederholen sich ständig. Juliette wirkt in vielen Momenten extrem anstrengend und naiv, während Adams eifersüchtige Ausbrüche zwar altersgerecht für einen 18-Jährigen sein mögen, beim Lesen aber schlicht nerven. Auch die Logik leidet: Dass der gesamte Rebellen-Trupp unbemerkt im Hauptquartier lebt und der Plan, Warners Vater anzulocken, völlig willkürlich wirkt, macht es schwer, die Geschichte ernst zu nehmen.Das absolute Highlight des Buches war für mich ohne Frage Warner. Die Chemie und die Knister-Dynamik zwischen ihm und Juliette sind fantastisch geschrieben und schlichtweg der Grund, warum ich nicht abgebrochen habe. Sobald die beiden sich ihre Gefühle eingestehen, macht das Buch richtig Spaß.Umso enttäuschender war das Finale: Der große Showdown, der über Hunderte von Seiten hinweg aufgebaut wurde, wird auf den letzten paar Kapiteln im Eiltempo abgehandelt. Rein ins Schiff, Bösewicht ausschalten, fertig. Dass Juliette krasse Kräfte hat, ist klar, aber so ein flaches Ende wird einem dystopischen Epos einfach nicht gerecht.Fazit: Wer primär für die Liebesgeschichte rund um Warner liest, kommt auf seine Kosten. Wer allerdings eine mitreißende, durchdachte Dystopie mit einem packenden Showdown erwartet, wird hier leider enttäuscht.