Wie und mit welchem Namen ist Gott zu benennen? Die Autoren dieses Bandes untersuchen dieses Basisphänomen christlicher Theologie in exegetischen, religionswissenschaftlichen und systematisch-theologischen Beiträgen. Sie fragen, wie die Namen Gottes gegenwärtig zu verstehen und verantwortlich zu gebrauchen sind - mit dem Ziel, Gott zu nennen und nicht namenlos bleiben zu lassen.
Deus definiri nequit, God cannot be defined, is seen as a rule of language and of thought in theology. Deus nominari nequit however does not apply. God has to be called by his name, since otherwise he would remain unsaid, and nothing would be more inappropriate. But which name to use, and how to use it, and what happens when using it, has always been a point of contention. This volume contains articles written from the perspective of exegetics and religious studies. Against this backdrop, the authors deal with the Septuagint, the New Testament and the Christological concentration on the question of the name. Based on this compact concentration, they then explore the prospective areas in which the name of God can presently be understood and used responsibly. These studies take us from negative theology to the relationship between trinity and tetragram and up to the infinity of the name with the goal of naming God and not letting him remain nameless, since the name of God is the basic phenomenon of Christian theology - and of any Christian theology which wants to remain one. Deus definiri nequit, Gott ist nicht zu definieren, gilt als Sprach- und Denkregel der Theologie. Deus nominari nequit dagegen gilt nicht. Gott ist beim Namen zu nennen, denn sonst bliebe er ganz ungesagt, und nichts wäre unangemessener. Doch wie und mit welchen Namen, was dabei geschieht, das ist seit jeher strittig. Die Namen Gottes, vor allem das Tetragramm und die jesuanische Vateranrede Gottes, sind zwischen Judentum und Christentum ebenso eine quaestio disputanda wie zwischen Exegeten und Systematikern oder Theologen und Philosophen. Diesen Debatten gehen die Autoren exemplarisch nach. Vorgelegt werden sowohl exegetische als auch religionswissenschaftliche Beiträge, die zwischen Altorientalistik und alttestamentlicher Wissenschaft den retrospektiven Horizont ausloten, in denen die Traditionen der Namen Gottes entstanden. Vom Alten Testament führt der Weg über die Septuaginta in das Neue Testament und die christologische Verdichtung der Namensfrage. Von der Prägnanz dieser Verdichtung aus wird dann prospektiv der Horizont abgeschritten, in dem die Namen Gottes gegenwärtig zu verstehen und verantwortlich zu gebrauchen sind. Die 'namenstheologischen' Studien führen von der negativen Theologie über das Verhältnis von Trinität und Tetragramm bis in die Unendlichkeit des Namens mit dem Ziel, Gott zu nennen und nicht namenlos bleiben zu lassen. Denn der Name Gottes ist das Basisphänomen christlicher Theologie - und solcher, die es bleiben will.
Inhaltsverzeichnis
Ingolf U. Dalferth und Philipp Stoellger:
Einleitung: Die Namen Gottes, ' Gott' als Name und der Name Gottes
I Gottesnamen
Christoph Uehlinger:
Arbeit an altorientalischen Gottesnamen. Theonomastik im Spannungsfeld von Sprache, Schrift und Textpragmatik -
Friedhelm Hartenstein:
Die Geschichte JHWHs im Spiegel seiner Namen -
Erhard Blum:
Der vermeintliche Gottesname ' Elohim' -
Albert de Pury:
Wie und wann wurde ' der Gott' zu ' Gott' -
Kristin de Troyer:
The Pronunciation of the Names of God. With Some Notes Regarding
nomina sacra
-
Samuel Vollenweider:
' Der Name, der über jedem anderen Namen ist' . Jesus als Träger des Gottesnamens im Neuen Testament
II Gott Nennen
Lieven Boeve:
Negative Theology and Theological Hermeneutics: The Particularity of Naming God -
Heinrich Assel:
Eliminierter Name. Unendlichkeit Gottes zwischen Trinität und Tetragramm -
Philipp Stoellger:
' Im Namen Gottes' . Der Name als Figur des Dritten zwischen Metapher und Begriff -
Günter Bader:
Das Unendlichkleine des Namens